Waris Diries Taxler hat sich nun gemeldet: Vorwürfe konnten nicht bestätigt werden
- Polizei betrachtet den Fall jetzt als abgeschlossen
Nach den widersprüchlichen Angaben rund um das Verschwinden der Autorin Waris Dirie haben sich die österreichischen und belgischen Behörden eingeschaltet. Jener Taxifahrer, mit dem es die gebürtige Somalierin zu tun gehabt haben soll, habe mit seinen Aussagen die schweren Anschuldigungen des Ex-Models nicht bestätigt, hieß es aus Brüssel. In Wien wurde Dirie laut ihrem Anwalt Gerald Ganzger vom österreichischen Bundeskriminalamt einvernommen.
Sie "hat ihre Darstellung der Ereignisse und, wie es wirklich war, zu Protokoll gegeben", sagte der Jurist zur APA. Demnach hat das Ex-Model, dass derzeit im Spital behandelt wird, den bereits seit Tagen geäußerten Verbrechens-Verdacht einer Gefangenschaft durch einen Brüsseler Taxifahrer geschildert. Das Protokoll soll unmittelbar an die belgischen Behörden weitergeleitet werden. Dirie zeige schwere Post-traumatische-Belastungen und leidet laut ihrem Manager Walter Lutschinger an einer schweren Grippe.
Der Taxifahrer habe Diries Darstellung nicht untermauert, bestätige der erste stellvertretende Staatsanwalt Jozef Colpin gegenüber der APA entsprechende Berichte in belgischen Medien. Die Taxizentralen wüssten in der Nacht zur Sicherheit der Fahrer genau, wo sich diese aufhielten. Für die Staatsanwaltschaft ist der Fall derzeit abgeschlossen.
Vorwürfe gegen Polizei
Schwere Vorwürfe erhob die Autorin in den vergangen Tagen gegen die Brüsseler Polizei, die ihr wegen "ihrer Hautfarbe" bei der Suche nach ihrem Hotel nicht geholfen haben soll. Laut den Behörden wiederum verschwand das Ex-Model, während man gemeinsam versuchte, die Unterkunft zu finden. Dies entspricht Auszügen aus dem Polizeiprotokoll mit der ersten Einvernahme Diries, die "Der Standard" (Donnerstagausgabe) in Auszügen veröffentlichte.
Die Brüsseler Polizei schloss nicht mehr aus, gegen die von Dirie erhobenen "völlig falschen" Vorwürfe vorzugehen. Sollte es tatsächlich Schritte geben, werde man sich mit den betroffenen Beamten koordinieren, so der Sprecher der Brüsseler Polizei, Christian de Coninck, zur APA.
Wirbel um Titel "UN-Sonderbotschafterin"
Wirbel gab es um den Titel "UN-Sonderbotschafterin", mit dem die gebürtige Somalierin seit 1997 auftritt. Dirie sei nur bis 2003 in dieser Funktion für den UN-Bevölkerungsfonds (UNFPA) tätig gewesen, bestätigte der Sprecher der Organisation, Abubakar Dungus, gegenüber der APA einen Bericht der belgischen Tageszeitung "Le Soir". Die prominenten Botschafter würden für bestimmte Projekte angeworben, wenn dieses abgeschlossen seien, ende meist auch die Rolle der "Goodwill Ambassadors", begründete Dungus das Ende der Sonderbotschaft.
Diries Manager sagte gegenüber der APA er habe ein Mail von der UNO bekommen, dass der Titel "Sonderbotschafterin" nur bis 2003 gültig gewesen sei. Auf der Homepage der UNO war die Autorin nach wie vor als "Goodwill Ambassador" angeführt.
Waris Dirie war am 4. März nach Brüssel gereist, nach einem Disco-Besuch verschwunden und bis 7. März wie vom Erdboden verschluckt. Das Ex-Model gab an, das Hotel nicht mehr gefunden zu haben und auf der Suche danach auf den Taxifahrer gestoßen zu sein. Der Mann soll mehrmals versucht haben, sie zu vergewaltigen.
(apa/red)
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