Guantanamo wird Spur "menschlicher": USA wollen Häftlingen jetzt Telefonate erlauben
- Anwälte skeptisch: Leben würde noch schwieriger
- Derzeit befinden sich 275 Männer hinter Gittern
·Albright: Irak-Krieg schlimmer als Vietnam
"Allergrößte Katastrophe"
der US-Außenpolitik
Das US-Militär will den im Lager Guantanamo auf Kuba inhaftierten mutmaßlichen Terrorverdächtigen künftig regelmäßige Telefongespräche mit ihren Familien erlauben. Etliche von ihnen werden dort schon bis zu sechs Jahre in extremer Isolation festgehalten. Wie das US-Verteidigungsministerium mitteilte, soll die Maßnahme die Bedingungen der Häftlinge erleichtern. Wann das Programm beginnen soll, war zunächst nicht klar.
Der Kontakt der Häftlinge mit der Außenwelt ist bisher auf Briefe, die vom Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) weitergeleitet werden, und Treffen mit Anwälten begrenzt. Bisher gab es Ausnahmen für Telefonate nur aus wichtigem familiären Grund, wie zum Beispiel dem Tod eines Angehörigen.
Einige Anwälte begrüßten die Ankündigung grundsätzlich, erklärten aber zugleich, dadurch werde das Leben in Guantanamo noch schwerer für die Inhaftierten. Andere zeigten sich skeptisch. "Ich glaube das erst, wenn ich es sehe", sagte der Anwalt Wells Dixon vom Zentrum für verfassungsgemäße Rechte, die etliche Inhaftierte vertritt. 275 Männer werden in Guantanamo noch wegen ihrer Verbindungen zur Terrororganisation Al Kaida ober zu den Taliban festgehalten.
(APA/red)
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