Mittwoch, 19. März 2008

Österreich verweigert Lösegeld-Zahlungen:
Regierung lehnt Forderungen dieser Art ab

  • Vermittler Prohaska dementiert gegenteilige Gerüchte
  • Geiseldrama: Schon bald Cobra-Einheit im Maghreb?

Im Geiseldrama um das in Nordafrika verschleppte Urlauberpaar hat Österreich Lösegeldzahlungen kategorisch ausgeschlossen. Auf solche Vereinbarungen lasse sich die Regierung nicht ein, sagte der österreichische Vermittler Anton Prohaska in einem Reuters-Telefoninterview aus der malischen Hauptstadt Bamako und wies damit entsprechende Spekulationen zurück.

Nach der Verlängerung einer Frist durch die Geiselnehmer arbeite sein Land weiter eng mit den Behörden in Mali zusammen und habe volles Vertrauen in die Ermittlungen der Kollegen, fügte Prohaska an. Die Lage der entführten Österreicher sei "sehr komplex und schwierig".

Cobra im Maghreb
Die algerische Zeitung "Annahar" hat berichtet, dass Österreich dazu bereit sei, nach der Entführung der beiden Salzburger durch muslimische Terroristen ein Kommando der Anti-Terror-Einheit Cobra in den Maghreb zu schicken. Der Sprecher des Außenministeriums Peter Launsky-Tieffenthal sagte dazu auf Anfrage der APA, er könne das "weder bestätigen noch dementieren". Cobra-Sprecher Detlef Polay hörte, laut eigenen Angaben, "zum ersten Mal" von einem solchen Vorhaben.

Dieser "Cobra-Einsatz" solle in Abstimmung mit den in Bamako, der Hauptstadt von Mali, präsenten europäischen Sicherheitsdiensten geschehen, berichtete die arabischsprachige Zeitung. Die Entführer von der Organisation "Al Kaida im islamischen Maghreb" (AQMI) hatten zuvor gedroht, die Geiseln bei einem gewaltsamen Befreiungsversuch zu töten. Launsky-Tieffenthal meinte im Gespräch mit der APA, dass es zwar laufend zu "personellen Verstärkungen" in dem betreffenden Gebiet komme, die angebliche Entsendung zweier Cobra-Beamte könne er aber "weder bestätigen noch dementieren."

Hilfe aus den USA?
Der US-Botschafter in Algier, Robert Ford, erklärte laut dpa, die USA seien "bereit, Österreich bei der Befreiung der entführten Touristen zu helfen". Frankreich hatte die Hilfe seines Geheimdienstes angeboten. Algerien bleibt offiziell bei seiner Haltung, "nicht direkt" von dem Fall betroffen zu sein.

(apa/red)

19.3.2008 19:22