Montag, 10. März 2008

Die Ergebnisse der Wählerstromanalyse:
SPÖ verliert 48.000 Wähler an Erwin Pröll

  • ÖVP gewinnt Wähler vor allem von SPÖ und Grüne
  • FPÖ kann Wähler von der SPÖ und der ÖVP gewinnen

48.000 SPÖ-Wähler des Jahres 2003 haben sich bei der Landtagswahl in Niederösterreich für die ÖVP entschieden; umgekehrt wählten aber auch 16.000 frühere ÖVP-Wähler diesmal SPÖ. Das ist die größte Wählerbewegung, die das Institut SORA in seiner Wählerstromanalyse ausweist. Den großen Wählerzuwachs der FPÖ nährten SPÖ (32.000) und ÖVP (31.0000) fast gleich stark.

Der ÖVP - die laut vorläufigem Endergebnis netto rund 47.000 Wähler dazugewann - konnte ihre früheren Wähler am besten, zu 84 Prozent, mobilisieren. Zudem gelang es ihr, frühere Unterstützer nicht nur von der SPÖ (48.000), sondern auch von der FPÖ (9.000) und den Grünen (15.000) für sich zu gewinnen - wobei sie an die FPÖ mehr abgab als dazubekam. Auch 30.000 Niederösterreicher, die 2003 nicht gewählt hatten, votierten für die Volkspartei - 23.000 frühere Schwarz-Wähler kamen diesmal nicht zur Wahl.

Verluste der SPÖ
Die SPÖ konnte nur zwei Drittel ihrer 2003-Wähler wieder von sich überzeugen. Jeder siebente frühere SPÖ-Wähler votierte diesmal für die ÖVP, jeder zehnte (rund 32.000 Wähler) für die FPÖ und jeder zwanzigste (rund 17.000) blieb zu Hause. Die SPÖ konnte zwar auch einige Wähler von anderen Parteien (von der FPÖ am wenigsten, nur 3.000) dazugewinnen, verlor netto aber 55.000 Stimmen.

Die FPÖ - deren Wählerschaft netto um 63.000 wuchs - hat nicht nur bei SPÖ und ÖVP gegrast, sondern konnte auch 13.000 Nichtwähler des Jahres 2003 von sich überzeugen. Damit gelang es ihr, den Ausfall von 42 Prozent ihrer früheren Wähler weit mehr als wettzumachen. Zwischen FPÖ und Grünen gab es nur einen sehr schwachen Wähleraustausch (1.000).

Grüne mit hoher Bleiberate
Die Grünen haben mit 53 Prozent die geringste Behalterate. Sie konnten aber von anderen Parteien (9.000 von der ÖVP, 6.000 von der SPÖ) bzw. den Nichtwählern (12.000) weniger Stimmen für sich gewinnen als die FPÖ. Somit schafften sie nur ein Wählerplus von 900 - das wegen der höheren Wahlbeteiligung sogar einen Rückgang im Stimmenanteil (0,41 Prozent) bedeutete.

(apa/red)

10.3.2008 11:00