Freitag, 14. März 2008

Weiter Wirbel um "Gesudere"-Sager in SPÖ:
Gusenbauer kommt nicht aus Schusslinie

  • Bundeskanzler relativiert: Unglücklicher Ausdruck
  • Tiroler SP-Chef Gschwentner fordert Distanzierung

Der "Gesudere"-Sager von SPÖ-Vorsitzendem Bundeskanzler Alfred Gusenbauer sorgt weiterhin für Unmut innerhalb der Sozialdemokratischen Partei. Gusenbauer hat nun betont, dass er keine Funktionäre beleidigen wollte. Eine sowohl von der Salzburger Landeshauptfrau Gabi Burgstaller als auch vom Tiroler SP-Chef Hannes Gschwentner verlangte Entschuldigung gab es zwar keine, aber Gusenbauer konzedierte, dass der Ausdruck "Gesudere" unglücklich gewesen sei.

"Wogegen ich mich immer wende, ist, dass es so eine grundsätzliche Schwarzmalerei gibt, und daher sollte man Diskussionen immer im notwendigen Rahmen und Maßstab halten. Ich hatte keine Bedürfnisse, irgendwelche sehr aktiv arbeitenden Mitglieder und Funktionäre zu beleidigen", so Gusenbauer.

Distanzierung gefordert
Gschwentner meinte, "wenn das eine abschätzige Äußerung war, geht das nicht. Dann muss er sich davon distanzieren". SPÖ-Bundesgeschäftsführer Josef Kalina erklärte, es sei "Unsinn zu sagen, Gusenbauer schätzt die Funktionäre gering. Er hat mehr Verständnis für deren Nöte als seine Vorgänger". Und der Vize-Chef der Bau-Holz-Gewerkschaft, Josef Muchitsch, kritisiert Burgstaller für ihre Aufforderung an Gusenbauer, sich zu entschuldigen. "Solche Aussagen sind der SPÖ nicht dienlich. Die soll sie im Parteipräsidium machen. Sie will sich nur für den Landtagswahlkampf positionieren". Für Gusenbauer hat Muchitsch Verständnis: "Wenn man in der Auslage steht und kritisiert wird, ist es kein Wunder, wenn man sich einmal den Frust von der Seele redet".

Der Oberösterreichische SPÖ-Chef Erich Haider meint in der "Kleinen Zeitung", zum "Gesuderer"-Sager, "freie Meinungsäußerung gehört zum Fundament der Demorkatie. Kritik ist in der SPö ausdrücklich erwünscht". Und die Kärntner SP-Vorsitzende Gabriele Schaunig sagte im ORF-Radio, wenn die Aussagen Gusenbauers getan wurden, um das Rückgrat der Partei zu demotivieren, seien sie absolut unnotwendig gewesen.

(apa/red)

14.3.2008 12:32