Tirol und Wien haben die vollsten Klassen: Meisten Schüler in den AHS-Unterstufen
- Wien: 70,4 % der 1.Klassen mit mehr als 26 Schülern
- In Oberösterreich sind es dagegen lediglich 34,4 %

In Tirol und Wien gibt es an den ersten Klassen der AHS-Unterstufe die meisten Klassen mit mehr als 25 Schülern. Während in Tirol 56 von 73 ersten Klassen (76,7 Prozent) 26 Schüler oder mehr aufweisen, sind es in Wien 240 von 341 (70,4 Prozent), wie aus einer Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage von FPÖ-Bildungssprecher Martin Graf durch Unterrichtsministerin Claudia Schmied hervorgeht. Auch die Steiermark "kratzt" mit 69,8 Prozent an der 70-Prozent-Marke. In nur einem einzigen Bundesland haben weniger als die Hälfte der ersten AHS-Klassen höchstens 25 Schüler: In Oberösterreich sind es 34,4 Prozent.
In Niederösterreich haben 50,5 Prozent der ersten AHS-Klassen 26 Schüler oder mehr, in Vorarlberg sind es 56,8 Prozent, in Salzburg 56,9 Prozent, im Burgenland 63,6 und in Kärnten 66,2 Prozent. Österreichweit beträgt der Anteil 61 Prozent - im Schuljahr 2006/07 waren es sogar noch rund 83 Prozent.
Wesentlich besser sieht es im Pflichtschulbereich aus. An den Hauptschulen sind österreichweit nur 97 erste Klassen mit mehr als 25 Schülern gefüllt - das sind 3,6 Prozent. Den höchsten Wert weist Vorarlberg mit 6,7 Prozent auf, den niedrigsten Niederösterreich mit 1,1 Prozent. Bei den Volksschulen haben österreichweit nur 76 Klassen mindestens 26 Schüler (1,5 Prozent), mit 54 ein Großteil davon in Wien. Allerdings gehen im Pflichtschulbereich die meisten großen Klassen laut Anfragebeantwortung auf das Konto von Privatschulen.
Derzeit beträgt die Klassenschülerhöchstzahl 30 Kinder - um Abweisungen zu vermeiden, sind sogar 36 Schüler erlaubt. Mit ihrem Projekt des "Richtwerts 25" wollte Schmied ab diesem Schuljahr aufsteigend ab den ersten Klassen Volks-, Haupt- und Polytechnische Schule sowie in der AHS-Unterstufe die Schülerzahl senken, was grundsätzlich auch überall gelungen ist - allerdings in der AHS-Unterstufe nicht auf 25.
Die Maßnahme ist nicht gesetzlich vorgeschrieben: Schulen bekommen nur die nötigen Ressourcen für 25 Schüler pro Klasse, haben aber die Möglichkeit, über ihre Klassenorganisation selbst zu entscheiden. So können etwa zur Vermeidung von Abweisungen auch größere Klassen gebildet und dafür andere pädagogische Maßnahmen wie Teamteaching eingesetzt werden. In Wien sind zur Vermeidung von Abweisungen derzeit Klassen jenseits der 30er-Grenze im Gespräch.
(APA/red)
