Mittwoch, 12. März 2008

Polizei erwartet kein Wunder von DNA-
Tests: Mehr Ergebnisse aus Befragungen

  • "Entlastungszeugen werden zu Belastungszeugen"
  • Täter arbeiten nach Spitz-Giftattentat viel gründlicher

Im Fall der oberösterreichischen Säurepakete erwartet sich die Polizei "kein Wunder" von der DNA-Auswertung, deren Ergebnisse bis Ende der Woche vorliegen sollen. Nach dem Giftanschlag auf den Bürgermeister von Spitz in Niederösterreich würden Täter besonders gründlich arbeiten und kaum Spuren hinterlassen, ist Sicherheitsdirektor Alois Lißl überzeugt.

Die Fahnder stützen ihre Ermittlungen derzeit vor allem auf Befragungen. Immer mehr Personen, die von den Spekulationsgeschäften des 48-jährigen Verdächtigen betroffen seien, würden Mut fassen und sich zu Wort melden, erklärte Lißl im Gespräch mit der APA. Nikolaus Rast, der Anwalt des Beschuldigten, hatte am Dienstag angekündigt, dass er den Verdacht bald entkräften werde. Es gebe zwei Zeugen, mit den sein Mandant den mutmaßlichen Aufgabetag der Pakete, den 5. März, verbracht haben soll. Lißl zeichnet ein gänzlich anderes Bild der Befragungen: "Entlastungszeugen werden zu Belastungszeugen."

Der SPÖ-Landtagsabgeordnete und ehemalige Bürgermeister von Weißkirchen (Bezirk Wels-Land), Rudolf Prinz (61), war beim Öffnen eines mit Buttersäure gefüllten Pakets verletzt worden. Zwei weitere Päckchen an ÖVP-Kommunalpolitiker und zwei an Verwaltungsmitarbeiter konnte die Polizei rechtzeitig abfangen. Am Sonntag klickten bei dem 48-Jährigen die Handschellen. Als Motiv werden "raumplanerische Angelegenheiten" in der Vergangenheit vermutet.

(apa/red)

12.3.2008 10:28