Dienstag, 11. März 2008

Wildgewordener Strauß attackiert Familie: Entlaufenes Tier ging auf Frau & Kinder los

  • Schwere Vorwürfe gegen Züchter in Oberösterreich
  • Behörden: Strauße sind in "erbärmlichem Zustand"

Ein entlaufener Strauß hat in Oberösterreich eine Frau und ihre zwei Kinder attackiert. Erst mit Schüssen aus der Waffe eines Polizisten konnte das rabiate Tier zur Strecke gebracht werden. Der zuständige Bezirkshauptmann von Gmunden, Alois Lanz, erhob schwere Vorwürfe gegen den Züchter: Ständig müsse die Behörde aus Tierschutzgründen eingreifen, die Vögel seien in einem "erbärmlichen Zustand", erklärte er im APA-Gespräch.

Der Strauß tauchte im Garten der Familie auf. Er ging sofort auf die 31-Jährige und ihre beiden fünf und elf Jahre alten Kinder los. Die Mutter flüchtete auf eine Gartenbank und versuchte sich und ihre Sprösslinge mit einer Holzlatte gegen das 90 Kilo schwere Tier zu verteidigen. Dieses ließ sich aber nicht verjagen und versuchte immer wieder zu beißen. Schließlich rief die Frau per Handy ihren Vater an, der die Polizei alarmierte.

Als die Beamten eintrafen, wurden auch sie sofort von dem Strauß attackiert. Für den Vogel endete sein rabiates Verhalten allerdings schlecht: In einem günstigen Moment feuerte ein Polizist gezielte Schüsse ab und erlegte das Tier.

Züchter schaltet Anwalt ein
Der Züchter will den Abschuss nicht einfach hinnehmen und hat mittlerweile einen Anwalt eingeschaltet. Die Polizei verteidigte hingegen die Vorgehensweise des Beamten: Aufgrund der "mangelhaften Haltung und Verwahrung" der Tiere gebe es eine Anordnung der Bezirkshauptmannschaft Gmunden, wonach bei Gefahr im Verzug geschossen werden dürfe. Zwischenfälle mit dem Betrieb habe es schon öfter gegeben.

Seit Jahren gebe es Schwierigkeiten mit dem Züchter, erklärte auch Bezirkshauptmann Lanz. 2005 habe man ihm sogar 60 Strauße aus Tierschutzgründen abnehmen müssen. Auch ein Verfahren wegen Tierquälerei sei anhängig. Ständig würden Vögel entlaufen. Verletzte durch Strauß-Attacken habe es bisher zwar noch nicht gegeben, allerdings habe die Polizei bereits einmal einen erschießen müssen, der sich neben die Autobahn verirrt hatte.

(apa/red)

11.3.2008 14:23