Dienstag, 4. März 2008

Mehr CO2-Ausstoß trotz besserer Technik: Starke Motoren machen Fortschritt zunichte

  • Umweltministerium stellte CO2-Monitoringbericht vor
  • Dieselaggregate haben erstmals Benziner überholt

Der technologische Fortschritt bei der Motorenentwicklung wird zunehmend durch den Hang der Konsumenten zu größeren und stärkeren Autos durchkreuzt. Dies ist ein zentrales Ergebnis des vom Umweltministerium vorgestellten CO2-Monitoringberichts. Das Ressort Josef Prölls (V) wies als Reaktion darauf hin, dass die ab Mitte des Jahres geltende neue Normverbrauchsabgabe (NoVA) diesen Trend umkehren soll.

Im Jahr 2006 wurden in Österreich 308.048 Pkw neu zugelassen. Angestiegen sind laut Bericht dabei auch die durchschnittlichen Verbrauchs- und Emissionswerte der neuen Autos. Durchschnittlich stoßen diese Fahrzeuge rund 164 Gramm Kohlendioxid (CO2) pro Kilometer aus. Während 2005 ein durchschnittlicher Dieselmotor noch 161 Gramm pro Kilometer ausgestoßen hatte, waren es ein Jahr später bereits 164 Gramm. Damit haben die Dieselaggregate in Sachen CO2 erstmals die Ottomotoren überholt. Die durchschnittlichen CO2-Emissionen der Benziner gingen dagegen zurück. Absolut haben die neu zugelassenen Fahrzeuge auf das Jahr gerechnet 307.000 Tonnen ausgestoßen - etwa so viel wie im Jahr davor.

EU-Pläne
Das Umweltministerium verwies auf die Pläne der EU zur Senkung des CO2-Ausstoßes der neu zugelassenen Pkw und auf die ab 1. Juli 2008 geltende Reform der österreichischen Normverbrauchsabgabe. Wie berichtet sollen ab diesem Zeitpunkt neu zugelassene PKw mit einem CO2-Ausstoß von maximal 120 g/km einen Bonus von 300 Euro erhalten, für alternativ betriebene Fahrzeuge (Hybrid, Ergas/Biogas, Wasserstoff oder Flüssiggas) fällt der Bonus noch höher aus. Bei neu zugelassenen PKW, deren CO2 Ausstoß über 180 g/km liegt, soll ein Malus von 25 Euro pro Gramm eingehoben werden. Ab 1. Jänner 2010 wird dieser Wert auf 160 Gramm verschärft.

(APA/red)

4.3.2008 14:27