Samstag, 8. März 2008

97 Jahre "Internationaler Frauentag" und immer noch sind Frauen stark benachteiligt

  • 1911 gingen Frauen für ihre Rechte auf die Straße
  • Fast 100 Jahre später: "Es ist an der Zeit zu handeln"

Heute wird auf der ganzen Welt der "Internationale Frauentag" begangen. Die Initiative geht auf die deutsche Linkspolitikerin Clara Zetkin (1857-1933) zurück. 1910 schlug sie einen jährlichen Weltfrauentag vor. Seit nun mehr 97 Jahren versuchen Politikerinnen auf der ganzen Welt ihren Weg zur absoluten Gleichberechtigung von Männern und Frauen weiterzugehen. Aber der ist lang und steinig.

Auf der Zweiten Internationalen Konferenz der Sozialistischen Frauen, die 1910 in Kopenhagen stattfand, schlug Clara Zetkin einen jährlichen Weltfrauentag vor. Schon im Jahr darauf wurde in Österreich-Ungarn, Deutschland, der Schweiz und Dänemark erstmals der 8. März mit Frauendemonstrationen begangen, an denen sich auch viele Männer beteiligten. In den darauffolgenden Jahren schlossen sich Frankreich, Schweden, Russland und die Niederlande an.

Gleichstellung erst 2020
Doch auch fast hundert Jahre später ist die Gleichstellung von Frauen und Männer noch lange nicht umgesetzt. Die ÖVP-Frauen hoffen, dass die Annäherung im Jahr 2020 endgültig vollzogen sein wird. Als wichtigstes Ziel für 2010 nannte die ÖVP-Frauenbundesleiterin Maria Rauch-Kallat gleichen Lohn für gleiche Arbeit.

Gesetzliche Frauenquote
An den langen Kampf für Gleichberechtigung haben anlässlich des Internationalen Frauentags auch die Grünen Frauen erinnert. Dafür gingen Vizeparteichefin Eva Glawischnig und Frauensprecherin Brigid Weinzinger bei einer Pressekonferenz im Historischen Sitzungssaal des Parlaments weit in die Vergangenheit zurück. Mit historischen Gewändern verkleidet erneuerten sie ihre Forderung nach einer gesetzlich verankerten Frauenquote in der Politik.

Reform des Unterhaltsrechts
Die SPÖ-Frauen nutzten den Tag, um für eine umfassende Reform des Unterhaltsrechts zu plädieren. Barbara Prammer und SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin Bettina Stadlbauer setzten sich für ein "schnelleres und besseres Verfahren" ein. So sollen Betroffene bereits vor dem Ende von Exekutionsverfahren Anspruch auf staatlichen Unterhaltsvorschuss bekommen. Weiters soll der Staat bei teilweiser Zahlungsunfähigkeit des Unterhaltspflichtigen, den Differenzbetrag übernehmen.

"In Frauen investieren"
Auch international wurden Stimmen laut, die Frauen gerne mehr Rechte und Möglichkeiten zugestehen würden. UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon hat zu einer weltweiten Stärkung der Wirtschaftskraft von Frauen aufgerufen. "In Frauen zu investieren, ist nicht nur richtig. Es ist auch geschickt. Ich bin davon überzeugt, dass der Welt durch Frauen ein bisher ungenutztes Potenzial für Entwicklung und Frieden zur Verfügung steht."

Handeln statt reden
EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner hat eine Reihe prominenter Politikerinnen nach Brüssel geladen, um dort auf die Anliegen der weiblichen Bevölkerung aufmerksam zu machen. Unter die Gäste mischten sich neben Österreichs Außenministerin Ursula Plassnik (ÖVP) auch US-Außenministerin Condoleezza Rice, die ukrainische Regierungschefin Julia Timoschenko und Ägyptens First Lady Suzanne Mubarak. Mit von der prominenten Frauenpartie war aber auch die Wiener Sacher-Chefin Elisabeth Gürtler.

"Handeln statt Reden" - das war nicht nur die Botschaft der ukrainischen Regierungschefin Timoschenko, sondern auch das Motto der Veranstaltung. Plassnik forderte, dass Frauen "besser wahrgenommen und höher bewertet werden." Dafür müssten sich nicht zuletzt die Frauen selbst einsetzten: "Es ist an der Zeit zu handeln." (apa/red)

8.3.2008 10:40