Würden Frauen an den Machthebeln sitzen:
Wäre die heutige Welt dann eine bessere?
- FORMAT: Hillary Clinton mit friedensstiftender Kraft?
- Quoten die einzige Lösung für gerechte Machtteilung?
·Was sich Frauen an der Macht wünschen!
FORMAT: Von Burgstaller bis zu Ursula Plassnik
·Obama erhält mehr Delegierte in Texas
Trotz Niederlage mehr Wahlmänner als Clinton
Hillary Clintons Dankesrede nach ihren Siegen in den demokratischen Vorwahlen in Texas und Ohio ist programmatisch für Frauen, die an die Macht wollen: Sie brauchen vor allem eines - einen langen Atem. Clinton ist mit diesen zwei Siegen wieder zurück im Rennen um die Präsidentschaftswahl der USA. Damit gibt es auch wieder eine realistische Möglichkeit, dass erstmals eine Frau der "mächtigste Mann der Welt" wird.
An diese Möglichkeit werden viele Hoffnungen geknüpft: Mit einer Frau an der Spitze der Weltmacht wäre die Welt friedlicher, hoffen viele. Benita Ferrero-Waldner, EU-Außenkommissarin etwa, glaubt an die friedensstiftende Kraft des weiblichen Geschlechts: Im Vorfeld des Weltfrauentages hat sie fünfzig weibliche "World Leader" nach Brüssel geladen, die über die Rollen von Frauen bei der "Stabilisierung in einer unsicheren Welt" debattieren, darunter die Staatspräsidentin von Finnland, die ukrainische Premierministerin, US-Außenministerin Condoleezza Rice und die First Lady von Ägypten. Doch sind Frauen wirklich die besseren Menschen, wie diese Initiative suggeriert - und wäre die Welt eine bessere, wenn Frauen an der Macht wären?
Nur 16 weibliche Staatschefs
Die Antwort ist schwierig, weil Frauen noch weit davon entfernt sind, die Hälfte der Macht übernommen zu haben: Nur 16 Staatschefs weltweit sind weiblich. In Unternehmen sind in der EU nur ein Drittel der Führungspositionen in weiblicher Hand. Doch jene Frauen, die es nach oben geschafft haben, machen nicht viel anders als ihre männlichen Kollegen.
Die Erste, die eindrucksvoll bewies, dass Frauen nicht anders regieren, war Margaret Thatcher. Die "eiserne Lady" stand für knallharte Wirtschafts- und Kriegspolitik. Dass sich die heute 82 Jahre alte Expremierministerin in ihrer mehr als elf Jahre währenden Amtszeit für Frauenthemen einsetzte, würde ihr wohl niemand unterstellen. Aber auch Angela Merkel wollte schon vor ihrer Wahl jeden Zweifel ausräumen, sie würde "weiblich" regieren: "Die Tatsache, dass ich eine Frau bin, wird keine Rolle spielen." Und jene, die auf die Frauenkarte setzten - wie Benita Ferrero-Waldner im Präsidentschaftswahlkampf 2004 -, haben damit selten Erfolg: Selbst bei den Frauen war Heinz Fischer mit 51 Prozent der Stimmen, wenn auch nur knapp, voran. Das Resumee Ferrero-Waldners: "Linke Emanzen haben mir geschadet."
Quoten als einzige Lösung
Der einzige Weg zum Durchbrechen der gläsernen Decke scheinen Quoten zu sein. Denn am Können liegt es nicht, dass Frauen nicht an die Macht kommen: In allen 27 EU-Ländern liegt das Ausbildungsniveau junger Frauen über jenem der gleichaltrigen Männer. 59 Prozent der Uni-Absolventen sind weiblich.
Gleichstellung bringt übrigens nicht nur Frauen Vorteile, sondern allen. "Männer profitieren ebenso stark wie Frauen von Gleichberechtigung", meinen Buchautorinnen Sybille Hamann und Eva Linsinger ("Weißbuch Frauen - Schwarzbuch Männer"). Unternehmen profitieren ebenfalls: Zwei Studien von Catalyst aus den USA zeigen, dass Unternehmen mit vielen Frauen im Topmanagement weit bessere Renditen erzielen. Sie hatten eine 53 Prozent höhere Eigenkapitalrendite, 52 Prozent höhere Umsatzrendite und 66 Prozent höhere Gesamtkapitalrendite. Der Effekt macht sich ab drei weiblichen Vorstandsmitgliedern bemerkbar.
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