Steigende Kriminalität: Immer mehr Frauen gehen nur mehr bewaffnet aus dem Haus
- 20 bis 25 Prozent der Waffenkäufer sind weiblich
- Pfeffersprays und Alarmgeräte für mehr Sicherheit

Die steigende Kriminalität in Österreich sorgt vor allem beim "schwachen" Geschlecht für Unsicherheit und Angst. Und das führt dazu, dass immer mehr Frauen bewaffnet aus dem Haus gehen. Bereits 20 Prozent aller Waffenkäufe werden mittlerweile von Kundinnen getätigt. Allerdings zählen zu "weiblichen" Waffen weniger Pistole und Revolver als Pfefferspray oder Alarmgeräte. Auch Selbstverteidigungskurse werden vermehrt besucht.
Christian Johann Springer, Geschäftsführer des Wiener Waffenunternehmens Joh. Springer's Erben, kann diesen Trend nur bestätigen: "Im urbanen Gebiet sind 20 bis 25 Prozent unserer Kunden weiblich. Sie kaufen vor allem Pfefferspray oder Alarmgeräte zur Selbstverteidigung."
"Steigende Kriminalität ist sicher eine Motivation dahinter", sagte Irmengard Hanzal, Chefinstruktorin des Wiener Selbstverteidigungsinstituts S.A.M.I. (Selfdefense and Martial Arts Institute). Pfefferspray, der ebenfalls zu den Waffen zählt, wird zu zwei Drittel von Frauen gekauft, sagte Waffenhändler Springer. "Und das ganz klar zur Selbstverteidigung."
Waffen zum eigenen Schutz
Waffenkauf ist laut dem Fachmann ein klar definierter Zweck: "Während ein Mann sagt, dass er gerne zum Sportschießen geht, sagt eine Frau definitiv 'ich will es zur Selbstverteidigung'." Dass immer mehr Frauen zur Waffen greifen, führt Springer auf das Angebot und die Emanzipation zurück. Vor allem im Bereich der Jagd treffe das zu. "Aber es spielt schon auch das Sicherheitsbedürfnis eine Rolle. Wir verkaufen neben Pfeffersprays auch Alarmgeräte wie Pfeifen oder andere Verteidigungsmittel, die nicht unmittelbar zu den Waffen zählen", so Springer.
Kurse zur Selbstverteidigung
Waffen erhöhen das Sicherheitsgefühl, sagte Selbstverteidigungs-Trainerin Hazal. Sie lernt ihren Kursteilnehmerinnen aber eher wie man sich mit dem verteidigt, was man am Körper trägt. Also Handtasche, Handy oder Schlüsselbund. "Pfefferspray oder Elektroschocker sind nicht zu empfehlen, wenn man nicht weiß, wie man damit umgeht", sagte Hazal.
40 Prozent ihrer Kursbesucher sind weiblich. "Viele kommen aus Gründen der Prävention, aber auch, weil ihnen schon was passiert ist", so die Trainerin. (apa/red)
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