Tech-Monster treibt Unwesen auf CeBIT:
Merkel bringt die IT-Manager ins Schwitzen
- Kanzlerin stellt auf Rundgang unangenehme Fragen
- 14 Messestände mussten bei ihrem Auftritt zittern

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1998 ein "Meilenstein der Informationsgesellschaft"
"Ich bin nicht in der Datenbank." Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel ist ziemlich erheitert, als sie Vodafone-Chef Friedrich Joussen das Handy zurückreicht. Der Topmanager wollte ihr die neueste coole Anwendung zeigen: Man schießt ein Foto mit dem Vodafone-Handy und online wird erkannt, was darauf zu sehen ist, etwa eine Sehenswürdigkeit für Touristen. Nur bei der fotografierten Merkel funktioniert der Service nicht - Merkel ist nicht in der Datenbank.
Wie bei Vodafone, immerhin Deutschlands zweitgrößter Handykonzern, läuft es fast überall auf der Computermesse Cebit, wenn die Kanzlerin auftaucht: Manager zeigen Merkel nagelneue Geräte und Programme - aber Merkel bringt sie mit ein paar einfachen Fragen etwas aus dem Konzept.
Unangenehme Fragen am laufenden Band
So etwa beim Handyhersteller SonyEricsson: Manager in dunklen Anzügen zeigen ihr ein neuartiges Handy mit Organizer und allerlei schicken weiteren Features. "Das ist High End", sagt der oberste SonyEricsson-Manager. "Wie ein IPhone?", fragt Merkel zurück. Die Manager lächeln gequält.
Oder beim Computergiganten IBM: Deutschland-Chef Martin Jetter führt ihr ein Gerät vor, dass die Zeiten der günstigsten Stromtarife anzeigt, etwa von Mitternacht bis 06.00 Uhr. Merkel dazu: "Die Waschmaschine zwischen 00.00 und 06.00 Uhr laufen lassen, das mag der Untermieter aber gar nicht so gerne."
Beim Softwaregiganten Microsoft preist Deutschland-Chef Achim Berg den Erfolg des so genannten IT-Fitness-Tests seiner Firma an: Seit 2007 hätten schon 500.000 junge Leute im Internet ihr Computerwissen mit dem Test geprüft. Merkel fragt an Berg vorbei zwei junge Bäcker-Lehrlinge, die Microsoft zu einer Handwerks-Präsentation dazugeholt hatte: "Haben Sie denn schon den Test mitgemacht?" Nein, das habe man leider noch nicht, kommt es zurück.
Vermeintliches Ende
So rauscht die Kanzlerin im roten Jackett per Bus von Halle zu Halle und beschert noch mehreren Managern Begegnungen mit dem gesunden Menschenverstand. Nach fast zwei Stunden ist das Programm abgehakt: Merkel hat 14 Stände besucht, das Messegelände von Süd nach Nord durcheilt und der Computerbranche ein paar einfache Fragen gestellt. Die Manager sollten gewarnt sein: Nächstes Jahr zur Cebit kommt sie wieder.
