Freitag, 7. März 2008

Von Flat-Fee bis zum Vertrieb am Handy:
Heimische Musikbranche steht vor Umbruch

  • Pläne gegen den Umsatzeinbruch trotz Verkaufsplus
  • E-MEDIA über die aktuellsten Trends im Business

Es ist ein Kreuz mit dem österreichischen Musik-Biz. Trotz steigender Verkäufe sinkt der Umsatz: 2007 wurden 24 Millionen Einheiten verkauft – 9 Prozent mehr als im Jahr davor. Der Digitalmarkt verzeichnet sogar ein Absatzplus von 60 Prozent! Im Vergleich dazu gaben die Österreicher im vergangenen Jahr aber "nur" 201 Millionen Euro für Musik aus – minus 7 Prozent gegenüber 2006.

Laut dem Verband der österreichischen Musikwirtschaft (IFPI) liegt der Grund für den Rückgang bei der Verschiebung der Vertriebswege. Das Geschäft mit den Downloads fängt die Abnahme der CD-Verkäufe noch nicht auf. Auch der Musikkauf übers Internet (hauptsächlich bei ausländischen Anbietern wie Amazon) macht dem heimischen Handel zu schaffen.

Partnersuche
Günstige Pauschalangebote (sogenannte Flat-Fee-Modelle) für den Internet- und Handyvertrieb sollen das Geschäft nun beleben. Hannes Eder, Chef von Universal Music Austria: "Das kann ein Songpool, for free‘ sein, der im Handytarif inkludiert ist, oder ein Modell nach Nutzungsart. Also, ob man die Musik nur via Streaming konsumiert oder die Songs auch downloadet. Meiner Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt!"

Gemeinsam mit Nokia bastelt Universal Music bereits an dem Programm "Comes With Music". Dabei sollen Käufer von Nokia-Handys ein Jahr lang unbegrenzten Zugriff auf Millionen von Musiktiteln haben. Auch nach Ablauf des Abos sind die heruntergeladenen Titel nutzbar. Starten soll das Angebot noch 2008.

Auch mit Web-2.0-Portalen wie YouTube gibt es Abkommen. Universal ist hier etwa bei den Werbeeinnahmen beteiligt. Musiklabel EMI schätzt vor allem die Social Networks als wichtigen Teil des digitalen Marketings – um neue Musiker zu promoten und neue Talente zu entdecken.

(E-MEDIA 05/08)

7.3.2008 11:45