"Wir sind Gegenteil vom Schwarzmarkt": Horrende Summen für EM-Tickets auf eBay
- UEFA warnt aber vor Kauf von Ticket via Internet
- Auktionshaus hat eigenes Sicherheitssystem für EURO

·Sportartikelhandel erhofft Mega-Umsatz
EM-Fußballartikel sollen 300 Millionen einspielen
·Es wird wohl in einer Katastrophe enden
Österreicher geben dem ÖFB-Team keine Chance
·Ein Zigaretterl zur Beruhigung darf's sein
In den EURO-Stadien
darf geraucht werden
·645.000 Bestellungen
für Tickets eingelangt
Das sind 30 Mal mehr
als angeboten werden
·2,6 Mio. Deutsche wollten EM-Tickets
Es gibt aber nur 14.400 Karten für die Vorrunde
Fast 1.000 Euro verlangen Anbieter im Internet-Auktionshaus eBay für zwei Eintrittskarten zur EURO 2008 im Juni. Das Spiel Österreich gegen Deutschland etwa kostet momentan stolze 905 Euro, eine spanische Event-Agentur bietet die Eintrittskarten für Spanien gegen Russland für 400 Euro bzw. 1.000 Euro bei Sofort-Kauf an. Die UEFA warnt vor dem Kauf von EM-Tickets zu derart überhöhten Preisen. Laut eBay gibt es jedoch kein gesetzliches Verbot für den Weiterverkauf von Tickets und man hat sogar eine eigene Kategorie mit besonderen Sicherheitsvoraussetzungen für die Versteigerung von EM-Karten errichtet.
"Fans, die bereit sind, Hunderte Euros für ein Match-Ticket zu bezahlen, wollen unbedingt bei der EURO dabei sein", erläuterte Jörg Bartussek, Sicherheitssprecher von eBayÖsterreich, die hohen Summen, für die die Tickets auf eBay versteigert werden. "Ob unserer Transparenz sind wir das Gegenteil vom Schwarzmarkt", wies der Sicherheitssprecher diverse Warnungen vor dem eBay-Handel zurück. Beim größten Online-Marktplatz arbeite man seit eineinhalb Jahren an einem speziellen Sicherheitssystem für die EURO, von den 15.000 Angestellten weltweit sind alleine 2.000 für die Sicherheit zuständig. EM-Tickets dürfen laut eBay nur "von speziell geprüften und besonders vertrauenswürdigen Mitgliedern" verkauft werden.
Nicht jeder darf versteigern
Um ein EURO-Ticket auf eBay versteigern zu können, muss man entweder ein "Geprüftes Mitglied", dessen Angaben mittels zentralem Melderegister verifiziert wurden oder ein verifiziertes PayPal-Mitglied sein. Bei letzteren wird das Vorhandensein eines echten und funktionalen Kreditkartenkontos überprüft. Ansonsten dürfen nur Verkäufer, die mindestens seit 1.12.2006 bei eBay angemeldet sind und über 50 Bewertungspunkte, von denen mindestens 98 Prozent positiv sind, EM-Karten auf der Plattform anbieten. "Mit diesen Maßnahmen schließen wir sehr viele potenzielle Verkäufer aus - zugunsten der Sicherheit", betonte Bartussek. Überdies erhalten alle Nutzer, die eine EURO-Karte einstellen oder kaufen wollen, einen Hinweis auf die Geschäftsbedingungen der EURO 2008 SA.
Kauf nicht ohne Risiko
Wer sein EURO-Ticket über einen nicht autorisierten Händler bezieht, riskiere, dass die Karte gesperrt wird, so EURO-Sprecher Wolfgang Eichler auf APA-Anfrage. Zwar darf jeder glückliche Besitzer eines personalisierten EURO-Tickets dieses laut AGB "an seine Gäste zu deren persönlicher Verwendung" weitergeben, jedoch nicht zu einem erhöhten Preis. Darüber hinaus muss jeder Käufer jederzeit der UEFA mitteilen können, wer im Besitz der Karten ist. Die Verantwortung für das Ticket bleibt laut Eichler aber auch nach einer Weitergabe beim Verkäufer, auf dessen Name die maximal vier Tickets bei der UEFA registriert werden können.
Keine Garantie
Laut EURO-Projektleiter im österreichischen Innenministerium, Günther Marek, hat man keine Garantie, dass man mit einer über den nicht offiziellen Markt gekauften Karte tatsächlich ins Stadion kann. Der Anbieter könnte beispielsweise das Ticket nach dem Verkauf als gestohlen melden und sperren lassen. In den vergangenen Monaten hatte die UEFA bereits 20.000 Tickets aus dem Verkehr gezogen. "Wir wollen, dass die Karten zu rechtmäßigen Preisen an ehrliche Fans gehen", meinte Eichler. Bartussek dazu: "Über eBay wurden bereits mehrere Hunderte EURO-Karten versteigert - bei keiner einzigen hat es ein Problem gegeben."
Marek warnte vor einem Ticket-Kauf über Kanäle außerhalb der UEFA. "Die Möglichkeit der Fälschung ist hier sehr groß", sagte er zur APA. Ersteigere man ein gefälschtes Ticket, habe man als Geschädigter keine Rechtssicherheit. Bartussek wies dies zurück.
Insgesamt 1 Million Tickets
"Man sollte zudem bedenken, dass der Großteil der Tickets nicht über den freien Verkauf gehandelt wird", sagte Bartussek. Von den 1,05 Millionen Tickets wurde laut UEFA ein Drittel über die UEFA-Homepage via Verlosung verkauft, 38 Prozent gingen an die nationalen Fußballverbände, 14 Prozent an Sponsoren und der Rest sind VIP-Tickets und Co.
(APA/red)
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