Freitag, 7. März 2008

Der Krimi um King Tut in Österreich: Große Ausstellung in Wien mit über 140 Artefakten

  • NEWS: Tutanchamun-Schau von 9. März bis 29. Sept.
  • PLUS VIDEO: 'Newton'-Spezial über die Pharao-Show!

Zu Beginn konnte ich nichts sehen, da die warme Luft, die aus der Grabkammer aufstieg, die Flamme meiner Kerze zum Flackern brachte. Doch als sich meine Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten, zeichneten sich immer mehr Details des Raums ab. Befremdliche Tiere, Statuen und Gold - überall das Glitzern von Gold… Mir blieb bei diesem Anblick der Atem weg, und als Lord Carnarvon, der die Spannung kaum aushielt, fragte: "Können Sie irgendetwas sehen?", war alles, was ich rausbrachte: "Ja, ich sehe wunderbare Dinge."

Als der britische Archäologe Howard Carter am 26. November 1922 im Schein einer schlichten Kerze einen Blick in die prächtigen Grabkammern des ägyptischen Pharaos Tutanchamun warf, war die Weltsensation perfekt. In einem bis dahin unentdeckt gebliebenen Grab hatte Carter den bis heute einzigen intakten Fund mit unbeschreiblichen Schätzen aus dem goldenen Zeitalter der Pharaonen gefunden. Seither ist "King Tut" eine der spannendsten Figuren der Weltgeschichte, die nichts von ihrer Faszination verloren hat. Er hat das weltweite Interesse an der altägyptischen Kultur geweckt und lockt nach wie vor Millionen in Ausstellungen.

Tut-Schau in Wien
Nun ist dem legendären Knabenkönig, der mit neun Jahren den Thron bestieg und noch als Teenager starb, erstmals auch in Wien eine große Schau gewidmet. "Tutanchamun und die Welt der Pharaonen", von kommendem Sonntag, 9. März, bis 28. September im Museum für Völkerkunde am Heldenplatz, zeigt über 140 Artefakte, die Hälfte davon aus Tuts Grab und viele erstmals außerhalb Ägyptens zu sehen. "Vier Millionen Menschen auf der ganzen Welt haben in den vergangenen zwei Jahren die Schau gesehen", verrät Terry Garcia, Vizepräsident des Ausstellungsorganisators National Geographic Society. Wilfried Seipel, Direktor des Kunsthistorischen Museums, rechnet mit über 500.000 Besuchern. Eine durchaus realistische Zahl, wurden doch mehr als 40.000 Karten bereits im Vorverkauf abgesetzt. Auch deshalb, weil erstmals Zeittickets ausgegeben werden, die für einen bestimmten Tag für eine bestimmte Uhrzeit gelten. Doppelter Vorteil: Erstens erspart man sich das Anstellen an der Kassa, zweitens kann man durch die beschränkte Anzahl der Besucher, die sich gleichzeitig in der Ausstellung befinden, die Exponate in Ruhe genießen.

Tut-Geheimnis
Was macht die ungebrochene Faszination rund um die berühmteste Leiche der Weltgeschichte aus? Zum einen ist es die Tatsache, dass sein Grab das einzige ist, das nahezu unversehrt gefunden wurde. Zum anderen sind es die Mythen, die sich um seinen Tod ranken. Seit der Entdeckung seiner Grabstätte im Jahr 1922 rätselt und spekuliert die Welt darüber, wie Tutanchamun im zarten Alter von 19 Jahren zu Tode kam. Wurde er ermordet? Vergiftet? Fiel er bei der Jagd oder in einer kriegerischen Auseinandersetzung? "Wir wissen es nicht", sagt Terry Garcia. "Wir wissen nur, dass er nicht durch einen Schlag auf den Hinterkopf gestorben ist". Diese These war 1968 aufgekommen, nachdem Röntgenaufnahmen an der Liverpooler Universität lose Knochensplitter im hinteren Schädel gezeigt hatten, die auf einen Schlag gegen den Kopf hindeuteten.

Noch mehr Infos über die spanndende Tutanchamun-Ausstellung finden Sie im aktuellen NEWS 10/09!

7.3.2008 13:26