3.3.2008 19:11

Löw kündigt "ganz harte Abrechnung" an:
Beim DFB-EURO-Kader ist noch alles offen

  • Teamchef erwartet wöchentlichen Bericht der Kicker
  • Hitzelsperger & Gomez haben gute Karten für die EM

Deutschlands Fußball-Teamchef Joachim Löw hat für den Tag der Nominierung seines Aufgebots für die EURO 2008 am 16. Mai eine "ganz harte Abrechnung" angekündigt. Die sportliche Leitung des Nationalteams habe jedem der EM-Kandidaten einen "nachdrücklichen Hinweis" darauf gegeben, woran sie persönlich arbeiten müssten, berichtete der Bundestrainer in einem Interview mit dem deutschen Fußball-Fachblatt "kicker".

Die Nationalspieler sollen sich schon in dieser Saisonphase neben ihren aktuellen Aufgaben in der Liga und im Europacup mit der Europameisterschaft beschäftigen. "Ab jetzt erwarten wir wöchentlich Rückmeldungen der Spieler, wie ihr Training läuft, wie ihr Befinden ist", sagte Löw.

Kader noch völlig offen
Zwar sei bei der Zusammenstellung des 23-köpfigen Kaders, den Löw am 16. Mai auf dem Gipfel der Zugspitze in der gläsernen Panorama-Lounge 2962 bekanntgeben will, derzeit "noch alles offen". Aber die jüngsten Bewertungen der Kandidaten, die von Löw und dessen Assistenten Hansi Flick vorgenommen wurden, "sprechen schon eine klare Sprache".

Hitzelsperger & Gomez haben gute Karten
Zu den Kandidaten, die in guter Form sind und sich stark verbessert haben, zählt der DFB-Teamchef die Stuttgarter Thomas Hitzlsperger und Mario Gomez. Beiden wären nach derzeitigem Stand für die EM vom 7. bis 29. Juni in der Schweiz und Österreich gesetzt. Dagegen konnte Löw bei anderen, "wie zum Beispiel bei David Odonkor", nicht die erhofften Steigerungen registrieren.

Verbesserung des Zweikampfverhaltens
Pluspunkte bei Löw können sich die EM-Kandidaten mit einer Verbesserung des Zweikampfverhaltens holen, machte der Ex-Austria- und -Tirol-Trainer deutlich. In der Bundesliga gebe es insgesamt zu viele unnötige Fouls: "Häufig habe ich das Gefühl, dass der Defensivspieler gar nicht den Ball erobern will, sondern die Unterbindung des Angriffs sein einziges Ziel ist."

An die Nationalspieler stellt Löw höhere Ansprüche, Philipp Lahm und Per Mertesacker seien positive Beispiele. Lahm habe in der gesamten Saison erst fünf Fouls begangen, bei Mertesacker haben die DFB-Trainer nur alle 123 Minuten ein Foul registriert. Deutschland trifft bei der EURO neben Österreich (16. Juni in Wien) auch auf Polen (8. Juni) und Kroatien (12. Juni).

(apa/red)

3.3.2008 19:11
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