Mittwoch, 5. März 2008

Gunners kicken Titelverteidiger aus der CL:
Ancelotti bleibt weiter Trainer des AC Milan

  • Entscheidung kurz vor Ende der regulären Spielzeit
  • Auch ManU und der FC Barcelona im CL-Viertelfinale

Nachdem Arsenal die Hoffnung des AC Milan auf die erste erfolgreich Titelverteidigung in der Fußball-Champions League beendet hatte, sprach Silvio Berlusconi ein Machtwort. "Ancelotti bleibt", verkündete Milans mächtiger Club-Chef nach der mit 0:2 erlittenen ersten Heimpleite gegen eine englischen Verein im zwölften Vergleich. Doch die Diskussionen über den umstrittenen Trainer beendete er damit nicht. "Jetzt kommt Lippi", schrieb "Corriere dello Sport".

Der Stachel saß tief in San Siro (Referee Konrad Plautz) nach der trotz eines 0:0 im Hinspiel verpassten sechsten Viertelfinal-Teilnahme in Serie. Die Enttäuschung spiegelten die Titelzeilen der italienischen Zeitungen am Tag danach wider: "Arsenal beendet eine Ära", schrieb "LUnità", für die "Corriere della Sera" war es "eine epochale Niederlage für eine Mannschaft, die alles gewonnen hat", und "La Gazzetta dello Sport" meinte kurz und bündig:  "Eine Ära ist zu Ende gegangen."

Fabregas überflügelte Kaka
Die "Sun" feierte Torschütze Fabregas nach seinem Supertor aus 30 Metern: "Er überflügelte sogar den majestätischen Kaka mit einem Auftritt, nach dem Real Madrid und Barcelona wieder an Arsenals Tür klopfen dürften." Während Trainer Arsene Wenger im "Mirror" seine "Wunderkinder" lobte und den Wunsch nach dem Double (Premier League und Champions League) lautstark kundtat, schwärmte "Daily Telegraph", "noch nie hat Arsenal im Ausland so gut gespielt; noch nie wurde Milan so zerstört in der Festung San Siro zurückgelassen", sagte Fabregas: "Es ist ein Traum."

Bitterer Beigeschmack bei Real-Sieg
Zu einem Alptraum und Fest zugleich wurde für den CF Barcelona im Camp Nou der souveräne Einzug ins Viertelfinale. Beim 1:0 gegen Celtic Glasgow, den Xavi (3. Minute) sicherstellte, verletzte sich Dribbelkünstler Lionel Messi abermals schwer. Wie schon Mitte Dezember riss ein Muskel im Oberschenkel des 20-Jährigen, der in der 38. Minute unter Tränen vom Platz humpelte. Vier bis sechs Wochen Pause lautet die Prognose. Der Verein gibt der spanische Presse eine Mitschuld an der Verletzung des Argentiniers. Die Zeitungen hätten Trainer Frank Rijkaard unter Druck gesetzt und den Einsatz Messis verlangt, sagte Kapitän Carles Puyol vor Journalisten. "Da habt Ihr, was Ihr wolltet!"

Fenerbahce-Goalie als Matchwinner
Vom Steirer-Goalie zum Matchwinner wurde beim "historischen Sieg" ("Aksam") von Fenerbahce Istanbul Torhüter Volkan. Bei zwei frühen Gegentoren des zweifachen UEFA-Cup-Gewinners FC Sevilla sah er schlecht aus, doch im siebenten Elferschießen der CL-Geschichte wurde er zum Supermann und hielt gleich drei Penalties. Die spanische Zeitung "As" stellte fest: "Mit seiner Konzeptlosigkeit in der Defensive wirke der FC Sevilla wie eine Armee, die mit Bermuda-Shorts und Badelatschen in die Schützengräben zieht." Die türkische Tageszeitung "Hürriyet" schrieb: "Fenerbahce schreibt Geschichte." Und Club-Präsident Aziz Yildirim meinte: "Wir haben gesagt, dass wir ein Gigant sein wollen."

ManU darf weiter vom Titel träumen
Dank der Heimstärke darf Manchester United weiter vom zweiten Titel nach dem denkwürdigen Finalsieg gegen Bayern München 1999 träumen. Die "Red Devils" setzten sich mit 1:0 gegen Olympique Lyon durch und feierten zudem einen besonderen Rekord. Zum 10. Mal in Serie gewann ManU daheim, was bisher nur Juventus Turin zwischen 1996 und 1998 gelungen war. Für den Unterschied sorgte einmal mehr Cristiano Ronaldo, der kurz vor der Pause den einzigen Treffer markierte und nach dem 1:1 im Hinspiel das Weiterkommen sicherte.

(apa/red)

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5.3.2008 14:45