Mittwoch, 5. März 2008

Duell Ferrari gegen McLaren geht weiter:
Zweikampf der Giganten dominiert WM 2008

  • Kimi Räikkönen: "Wir wollen beide Titel verteidigen"
  • Lewis Hamilton fühlt sich stärker als letzte Saison

Auch für die am 16. März beginnende Formel-1-WM 2008 kündigt sich trotz des Wegfalls der elektronischen Fahrhilfen ein Duell Ferrari gegen McLaren-Mercedes an. Die Roten und die Silbernen hatten die Saison 2007 eindrucksvoll dominiert: Ferrari gewann neun Rennen, McLaren die restlichen acht. F1-Boss Bernie Ecclestone hat bereits vor dem Auftaktrennen in Melbourne einen Favoriten: "Ich räume Kimi Räikkönen die besten Chancen ein."

Der 28-jährige Finne hatte auch im packenden WM-Thriller 2007 das bessere Ende für sich gehabt, nach 17 Rennen hatte Räikkönen 110 Punkte auf dem Konto, die beiden McLaren-Piloten Lewis Hamilton (GBR) und Fernando Alonso (ESP) jeweils 109.

Ferrari peilt Titelverteidigung an
"Wir wollen Siege feiern und beide Titel verteidigen", stellte Räikkönen die Ziele mit seinem brasilianischen Stallgefährten Felipe Massa klar. "McLaren dürfte wieder unser härtester Konkurrent sein", spekuliert auch der Titelverteidiger mit einer Neuauflage des Teamduells. Ferrari hatte ja 2007 auch die Konstrukteurswertung gewonnen, da McLaren im Zuge des Spionage-Skandals alle Teampunkte aberkannt worden waren.

Alsonsos Titelchancen stehen schlecht
Ob Alonso neuerlich ein Wörtchen um den Titel mitreden wird, scheint höchst fraglich. Denn der zweifache Champion (2005, 2006) hat sich nach einer Saison voller Missverständnisse und einer Dauerfehde mit Hamilton von McLaren verabschiedet und sich wieder in den sicheren Schoß seines Stammteams Renault begeben. "Es wird schwer, die Erfolge zu wiederholen, die wir hatten und es wird natürlich eine frustrierende Saison, nicht die Wertung anzuführen", meinte der Spanier, der sich eine maximal 30-prozentige Titelchance gibt.

Hamilton fühlt sich stärker als 2007
Ohne die Paarung Hamilton/Alonso sollte es 2008 bei McLaren um einiges ruhiger zugehen, statt dem Spanier sitzt der Finne Heikki Kovalainen im zweiten Silberpfeil. Vizeweltmeister Hamilton geht davon aus, dass McLaren die vergangene Saison verkraftet hat. Hamilton selbst hat das auf jeden Fall: "Ich fühle mich stärker als 2007. Wir tun alles dafür, unsere Ziele zu erreichen." Mit (großem) Abstand hinter den beiden Topteams kündigt sich nach den ausgiebigen Winter-Testfahrten ein enges Rennen um Platz drei zwischen BMW-Sauber, Renault, Williams-Toyota und Red Bull an.

Deutschland erstmals seit 18 Jahren ohne "Schumi"
Mit den fünf Piloten Nick Heidfeld, Nico Rosberg, Timo Glock, Sebastian Vettel und Adrian Sutil bleibt Deutschland zwar quantitativ ganz klar die Nummer eins, allerdings ist erstmals seit 18 Jahren kein "Schumi" am Start. Superstar Michael Schumacher stieg nach sieben WM-Titeln, 91 Grand-Prix-Erfolgen und zahlreichen weiteren Bestmarken für die Ewigkeit 2006 aus, seinem Bruder Ralf blieb nach dem Cockpit-Verlust bei Toyota nur der Wechsel ins diesjährige Deutsche Tourenwagen Masters (DTM). Österreich hat diesmal am Fahrersektor "nur" zwei Ersatzpiloten zu bieten, Alexander Wurz bei Honda und Christian Klien bei BMW-Sauber.

Neue Grand Prix in Valencia und Singapur
Neu im von 17 auf 18 Läufe aufgestockten WM-Kalender sind Valencia und Singapur, wo erstmals in der Formel-1-Geschichte ein Nachtrennen stattfinden wird. Spannend wird die Saison auf jeden Fall wegen des Wegfalls der elektronischen Fahrhilfen wie Traktionskontrolle und Motorbremse.

(apa/red)

5.3.2008 11:20
Ergebnisse, WM-Stand, Team-Porträts