Pärson triumphiert in der Super-Kombi:
Maria Riesch sichert sich Kombi-Kristallkugel
- Achtplatzierte Hosp im Weltcup jetzt nur noch Dritte
- Pärson hat damit in allen fünf Disziplinen gewonnen

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Anja Pärson hat in Crans Montana erstmals eine Superkombination gewonnen und damit den "Grand Slam" mit Siegen in allen fünf Disziplinen im alpinen Ski-Weltcup geschafft. Die 26-jährige Schwedin siegte nach Abfahrt und Slalom 0,20 Sek. vor der Deutschen Maria Riesch und 0,26 vor Lindsey Vonn (USA). Riesch sicherte sich damit ihre erste Weltcup-Spezialkugel, Vonn setzte sich in der Weltcup-Gesamtwertung weiter ab und geht mit 157 Punkten Vorsprung in die letzten vier Rennen beim Finale in Bormio.
Während Elisabeth Görgl als Abfahrts-Zehnte noch auf Rang vier fuhr und trotz des knapp verpassten Podestplatzes ihr bestes Kombi-Ergebnis verzeichnete, fiel die nach der Abfahrt als Siebente beste ÖSV-Fahrerin, Andrea Fischbacher, im Slalom - wieder einmal - aus. Nicole Hosp kam über Platz acht in der Endwertung nicht hinaus und fiel damit in der Weltcup-Gesamtwertung sogar auf Platz drei zurück. Mit bereits 178 Punkten Rückstand auf Vonn ist für die Weltcup-Titelverteidigerin aus Tirol der Kampf um die große Kristallkugel wohl endgültig gelaufen.
Nachdem sich kurz davor in Kranjska Gora auch Mario Matt aus dem Kampf um die Slalomkugel bei den Herren verabschiedet hatte, droht dem ÖSV damit in der Saison 2007/2008 ein kleines Waterloo. Denn bis auf die Slalom-Wertung bei den Damen, in der Marlies Schild überlegen vor Hosp führt, könnten mit etwas Pech in diesem Winter alle anderen Kugeln ans "Ausland" gehen. Dabei hatten vergangenen Winter speziell die ÖSV-Damen geglänzt, alle Kugeln nach Österreich geholt und mit 23 Siegen sowie 54 Podestplätzen für die beste Saison aller Zeiten gesorgt.
Kombi-Kristall für Riesch
Bei den Damen wurde in der Schweiz die dritte von fünf Weltcup-Kugeln vorzeitig vergeben. Riesch reichte bei Frühlingstemperaturen Platz zwei, weil Vonn trotz überlegener Abfahrts-Bestzeit nur Dritte wurde. Damit sicherte sich die 23-jährige Partenkirchnerin nicht nur ihrer erste Kugel überhaupt, sie bescherte dem Deutschen Skiverband (DSV) auch das erste Alpin-Kristall seit sechs Jahren (Hilde Gerg/Super-G). "Sie hat ohnehin schon die Abfahrtswertung gewonnen und wird wohl auch den Gesamtweltcup gewinnen, also konnte sie mir die Kombikugel überlassen", scherzte Riesch.
Zudem ist die groß gewachsene Allrounderin kommende Woche in Italien erste Herausforderin der gleichaltrigen US-Amerikanerin, die sich in Bormio zur ersten US-Gesamtsiegerin seit 25 Jahren (Tamara McKinney 1983) machen kann. Als zweite US-Siegerin der Abfahrtswertung nach Picabo Street steht Vonn, die tags zuvor die Abfahrt in Crans überlegen gewonnen hatte, bereits fest.
"Der Dive"
Erstmals seit ihrem Double im Dezember in St. Moritz sah man im Zielraum von Crans Montana vor den Augen von "James Bond" Roger Moore den "Dive" von Anja Pärson. Die vielfach schon abgeschriebene Schwedin hatte zwar schon vergangenen Winter mit Kombi-Gold bei der Heim-WM in Aare Siege in allen fünf Disziplinen Abfahrt, Super-G, Riesentorlauf, Slalom und Kombination fixiert, nun hat die 26-Jährige aus der Stenmark-Heimat Tärnaby aber mit ihrem 38. Weltcupsieg auch den "echten" Grand Slam im Weltcup geschafft. Und das als erst vierte Läuferin nach der Salzburgerin Petra Kronberger, Landsfrau Pernilla Wiberg und zuletzt der Kroatin Janica Kostelic.
"Wunderbares Finish"
"Das ist ein wunderbares Finish. Jetzt ist die Saison doch noch viel besser geworden als ich dachte", freute sich Pärson über ihren historischen Streich. Dennoch gab sich die Schwedin als Pragmatikerin. "Mehr als das und die 100 Punkte im Weltcup freut mich, dass ich wieder einmal einen ordentlichen Slalom gefahren bin."
Vonn gestand ein, in der Kombination noch nervöser gewesen zu sein als tags zuvor in der Spezial-Abfahrt. "Die Abfahrt war okay, mein Slalom aber schlecht. Jetzt werde ich in Bormio um jeden Punkt kämpfen. Das Gute ist, dass ich dort nicht mehr nervöser sein kann als hier, denn das geht gar nicht mehr", gestand die 23-jährige Weltcup-Führende, die sich vorgenommen hat: "Ich werde versuchen, nicht an Punkte sondern nur an meine Rennen zu denken. Aber nach den beiden Speed-Rennen in Bormio werde ich mich hoffentlich besser fühlen."
(apa/red)
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