"Außerhalb unseres Einflussbereichs": FIS bestreitet jede Schuld an "Fall Lanzinger"
- Präsident Kasper und Hujara wehren sich gegen Kritik
- Generell sei der Profi-Skisport sicherer geworden

·Lanzinger befindet sich in gutem Zustand
Mindestens 1 Woche in stationärer Behandlung
·Matthias Lanzingers Bein wurde amputiert
Sofort-OP. Linker Unter-
Schenkel nicht zu retten
·"Der Zeitfaktor ist wirklich entscheidend"
Bei kompletter Ischämie nur sechs Stunden Zeit
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·Rechtsanwalt über- prüft Schadenersatz
Gab es schuldhafte Ver- säumnisse bei Lanzinger?
·Sicherheitsdiskussion wieder neu entfacht
Bereits rund 30 Verletzte allein in dieser Saison
·UMFRAGE: Ist Ski-
Weltcup zu gefährlich?
In dieser Saison so viele Verletzungen wie nie
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Die FIS hat im Fall Matthias Lanzinger Fehler beim Abtransport bestritten. "Der Einsatzhelikopter - es war entgegen der Kritik kein VIP-Helikopter - stand die ganze Woche zur Verfügung und nach dem Unfall sofort bereit. Ob ein Verletzter per Seilwinde in den Helikopter verladen oder mit dem Schlitten abtransportiert wird, entscheidet der Arzt", so Präsident Gian-Franco Kasper zur "Berner Zeitung".
"Genauso wie die Ärzte anhand der Erstbeurteilung entschieden haben, dass Matthias Lanzinger nach Lillehammer und nicht direkt nach Oslo geflogen wurde. Der Fall Lanzinger lag außerhalb unseres Einflussbereichs", sagte Kasper.
"Hier entscheiden nur die Mediziner"
FIS-Renndirektor Günter Hujara sprach im Zusammenhang mit der Kritik aus Lanzingers Heimat in einem Interview mit dem "Münchner Merkur" von "Polemik hoch zehn" und "Hetzkampagnen". "Ich stelle mir nur eine hypothetische Frage: Wenn der Hubschrauber durchfliegt und der Läufer hätte eine noch schlimmere Bedrohung als das Bein, dann hätte jeder gefragt, warum haben die den nicht erst nach Lillehammer geflogen?", meinte Hujara. "Hier entscheiden nur die Mediziner."
Lanzingers Familie lässt ja über den Wiener Anwalt Manfred Ainedter prüfen, ob wegen mangelnder Sicherheitsvorkehrungen oder fehlerhafter Erstversorgung der Anspruch auf Schadenersatz bestehen könnte.
Kasper meinte, ein Restrisiko könne zwar "nicht ausgeschlossen werden", generell sei der Skisport aber sicherer geworden. "Allerdings muss man stets zwischen dem Wünschbaren und dem finanziell Machbaren abwägen. Es würde etwas bringen, bei einer Abfahrt zwischen Start und Ziel durchgehend Hochsicherheitsnetze zu montieren, doch das können sich die Organisatoren schlicht nicht leisten. Wir sprechen von Beträgen im Bereich von 100 Millionen Franken", erklärte er. 100 Mio. Franken entsprechen rund 63,3 Mio. Euro.
(apa/red)
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