Sonntag, 9. März 2008

Vierter Saisonsieg für den Überflieger:
Schlierenzauer regiert am Holmenkollen

  • 18-Jähriger setzt sich vor dem Norweger Hilde durch
  • Morgenstern fällt vom zweiten auf den vierten Platz

Beflügelt von den Weltmeistertiteln im Skifliegen hat sich der Tiroler Gregor Schlierenzauer auch auf dem traditionsreichen Holmenkollen glänzend in Szene gesetzt. Zwei Tage nach seinem Erfolg in Lillehammer flog der 18-Jährige in Oslo zum Sieg, nach Sprüngen auf 125,0 und 123,5 Meter feierte er mit 8,9 Punkten Vorsprung auf den Norweger Tom Hilde (119,5/123,5) seinen vierten Saisonsieg. Als Draufgabe kürte sich der Stubaitaler auch zum souveränen Gesamtsieger der Nordischen Tournee.

Nachdem Schlierenzauer dem Oberösterreicher Andreas Goldberger schon als heimischer Skiflug-Champion nachgefolgt war (nach 12 Jahren), gelang dem Teenager auch der erste ÖSV-Sieg am Holmenkollen seit dem Ex-Weltcupsieger, der 1995 gewonnen hatte. Zugleich war Schlierenzauer auch der letzte Sieger auf dem Bakken, der nun für die WM 2011 umgebaut wird. "Es ist ein Traum, im Nordischen Mekka Oslo zu gewinnen. Dass ich dazu noch der letzte Sieger auf der alten Schanze war, ist ein schönes Gefühl", sagte er.

Seine Leistungen brachten dem Stams-Schüler nicht nur einen gut dotierten Scheck für Platz eins in der Tournee (als dritter Österreicher nach Andreas Widhölzl 1998 und Thomas Morgenstern 2006), sondern wohl auch schon Platz zwei in der Weltcup-Gesamtwertung. In den letzten zwei Einzel-Bewerben in Planica am Wochenende fehlen Schlierenzauer nur noch fünf Punkte, um Janne Ahonen auf Distanz zu halten - auch für den Fall von zwei Tagessiegen des Finnen.

Schlierenzauer sicherte sich nach Halbzeitführung seinen insgesamt neunten Weltcupsieg souverän, sein Teamkollege Morgenstern fiel hingegen von Rang zwei auf vier zurück, 0,8 Punkte hinter dem drittplatzierten Norweger Björn Einar Romören. Janne Happonen, der sich dank Tagesbestweite von 125,5 m im Finale von Rang 17 auf 5 verbesserte und Ahonen als 14. vermochten im vierten Bewerb der Tournee nicht mehr mit dem ÖSV-Champion mitzuhalten.

Bewunderung bei den Trainern
ÖSV-Cheftrainer Alexander Pointner fand auch nach dem 14. Saisonsieg noch Superlative. "Hier das letzte Springen zu gewinnen, ist etwas Emotionales. Dazu noch in einer Art und Weise, die beeindruckend war. Gregor hat sich auch von den wechselnden Winden nicht drausbringen lassen", sagte der Coach. Selbst die anderen Trainer hätten Bewunderung gezeigt ob der Klasse Schlierenzauers.

"Er hat nun einen ähnlichen Lauf wie Morgi in der ersten Saisonphase. Damals hat er etwas gelitten, aber gelernt, damit umzugehen und das hat ihm geholfen", zog Pointner einen Vergleich zu Morgenstern. Der Kärntner selbst habe in Oslo den Turnaround geschafft, mit ihm sei in Planica wieder zu rechnen.


Ergebnisse:
1.Gregor SchlierenzauerAUT265,3 (125,0/123,5)
2.Tom HildeNOR256,4 (119,5/123,5)
3.Björn Einar RomörenNOR247,1 (117,5/122,0)
4.Thomas MorgensternAUT246,3 (122,0/116,5)
5.Janne HapponenFIN242,6 (111,5/125,5)
6.Anders JacobsenNOR241,7 (116,5/120,0)
7.David LazzaroniFRA237,7 (120,5/116,0)
8.Andreas KoflerAUT235,6 (118,5/116,0)
9.Anders BardalNOR232,6 (115,5/116,5)
10.Michael UhrmannGER227,0 (115,0/115,0)
11.Adam MalyszPOL225,3 (114,5/114,0)
12.Shohhei TochimotoJPN223,9 (115,5/112,5)
13.Simon AmmannSUI223,8 (109,5/119,0)
14.Janne AhonenFIN223,0 (109,5/118,0)
15.Martin KochAUT222,3 (114,5/114,0)
16.Martin SchmittGER219,2 (107,5/119,0)
17.Michael NeumayerGER217,7 (112,0/114,5)
18.Georg SpäthGER211,0 (108,5/114,0)
19.Sebastian ColloredoITA207,8 (109,0/112,0)
20.Radik SchaparowKAZ206,6 (106,5/113,0)
21.Manuel FettnerAUT206,1 (112,0/107,5)
22.Arthur PauliAUT202,8 (110,5/108,0)
23.Taku TakeuchiJPN202,4 (112,0/106,0)
24.Wolfgang LoitzlAUT201,7 (111,5/105,0)
25.Emmanuel ChedalFRA197,9 (111,5/104,0)
26.Denis KornilowRUS195,7 (112,0/104,5)
27.Noriaki KasaiJPN195,6 (113,5/101,0)
28.Jussi HautamäkiFIN192,5 (109,5/103,0)
29.Matti HautamäkiFIN190,3 (106,5/107,0)
30.Kamil StochPOL158,1 (106,5/ 90,5)


(apa/red)

9.3.2008 16:48