Roter Albtraum in Jerseys "Horrorheim":
Ermittler finden Blutspuren im Kellerraum
- Demonstranten fordern eine vollständige Aufklärung
- Laut Exekutive 100 Menschen Opfer des Missbrauchs

Auf der Suche nach Kinderleichen in einem früheren Heim auf der britischen Kanalinsel Jersey hat die Polizei Blutspuren entdeckt. Mehrere hundert Demonstranten beteiligten sich an einer Protestaktion und forderten die vollständige Aufklärung des Verdachts auf jahrelangen systematischen Kindesmissbrauch.
In einem von mehreren Kellerräumen, die nach Zeugenaussagen als Strafkammern benutzt wurden, schlug ein speziell abgerichteter Spürhunde an zwei Stellen an, bestätigte eine Polizeisprecherin am Sonntag. Die Spuren an einem Wasserbecken würden nun weiter untersucht. In dem Becken sollen Kinder in kaltes Wasser getaucht worden sein, berichteten britische Medien.
Bei der Demonstration in der Inselhauptstadt St. Helier erklärte der Organisator Nick le Cornu, auf Jersey gebe es eine "Mauer des Schweigens", die gebrochen werden müsse. Die Behörden müssten mit mehr Entschlossenheit vorgehen, um die vermuteten Gewaltakte gegen Kinder in dem einstigen Heim "Haut de la Garenne" aufzuklären.
Werden Ereignisse vertuscht?
Eine weitere Sprecherin sagte, "es gibt hochrangige Politiker, die die Ereignisse vertuschen und ein positives Image der Insel erhalten wollen". Zeugen hatten geschildert, wie Kinder unter Drogen gesetzt, vergewaltigt und ausgepeitscht wurden - sowohl durch Mitarbeiter, als auch andere Heimkinder. Die Taten sollen seit etwa 1960 über viele Jahre verübt worden sein.
Die Polizei konkretisierte indes ihre Angaben: Etwa 100 Menschen seien Opfer von Missbrauch geworden. 25 Verdächtigen würden sexuelle und körperliche Übergriffe vorgeworfen, darunter ehemalige Politiker sowie führende Mitarbeiter des Heims. Insgesamt gebe es mehr als 40 Verdächtige in dem Fall. Rund 260 Zeugenaussagen seien mittlerweile ausgewertet worden. Der Fall war ans Licht gekommen, nachdem Ermittler ein Kinderskelett in dem Gebäude gefunden hatten, das zuletzt als Jugendherberge genutzt wurde. (apa/red)
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