Freitag, 7. März 2008

Acht Tote bei Anschlag auf Talmudschule in Israel: USA, EU und Abbas verurteilten Tat

  • Keine Einigung zu Attentat im UNO-Sicherheitsrat
  • Ban Ki-moon kritisiert den "grausamen Angriff"

Ein blutiger Anschlag auf eine jüdische Talmudschule in Jerusalem hat mindestens acht Menschenleben gefordert. Dutzende Schüler sollen verletzt worden sein oder erlitten einen Schock. Der erste Anschlag militanter Palästinenser in Jerusalem seit über vier Jahren wurde von zahlreichen internationalen Regierungen scharf verurteilt, ebenso von US-Präsident Bush.

Auch der palästinensische Präsident Abbas verurteilte den Anschlag scharf. Die israelische Regierung erklärte, trotz des Terrorakts sollten die Friedensgespräche mit den Palästinensern weitergehen.

Keine Einigung der UNO
Der UNO-Sicherheitsrat konnte sich hingegen nicht auf eine gemeinsame Haltung einigen. Das höchste Gremium der Vereinten Nationen ging in der Nacht auf Freitag nach zweistündigen Beratungen ohne Ergebnis auseinander. Einige Mitglieder hätten das Attentat nicht als Terroranschlag werten wollen, sagte der amtierende Präsident des Weltsicherheitsrates, der russische UNO-Botschafter Witali Tschurkin.

UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon kritisierte den "grausamen Angriff". Bush erklärte: "Dieser barbarische und teuflische Angriff auf unschuldige Zivilisten verdient es, von jeder Nation verurteilt zu werden."

In Bibliothek um sich geschossen
Der Angreifer war in die Bibliothek eingedrungen, in der sich etwa 80 Menschen befanden. Er war mit einer automatischen Waffe und einer Pistole bewaffnet und schoss wild um sich. Erste Berichte, wonach es zwei Attentäter gegeben habe, stellten sich später als falsch heraus. Der Angreifer, ein als orthodoxer Jude verkleideter Mann, wurde laut Polizei von einem israelischen Soldaten getötet.

Die radikale Hamas-Organisation, die den Gaza-Streifen regiert, lobte die Tat. In Gaza strömten tausende Palästinenser auf die Straße. Viele feuerten Freudenschüsse in die Luft.

(apa/red)

7.3.2008 11:00