Fischer wirbt bei Tadic um Verständnis: Fischer richtet Brief an Serbiens Präsidenten
- Fischer will gute Beziehungen zu Serbien erhalten
- Österreich habe sich für allseitige Lösung eingesetzt

Bundespräsident Fischer richtete einen Brief an den serbischen Präsidenten. Darin wirbt er um Verständnis für die Anerkennung des Kosovos. Außerdem betonte er, dass sich Österreich immer für eine Lösung eingesetzt habe, die von allen Seiten akzeptiert werden hätte sollen. Fischer bedauert, dass diese nicht zusatnde gekommen ist.
Bundespräsident Heinz Fischer hat bei seinem serbischen Amtskollegen Boris Tadic um Verständnis für die österreichische Entscheidung geworben, die Unabhängigkeit des Kosovo von Serbien anzuerkennen. Fischer verwies in einem veröffentlichten Brief an Tadic auf die Tatsache, dass zahlreiche EU-Staaten, "aber auch z.B. die neutrale Schweiz", dies getan hätten.
Gute Beziehungen zu Serbien
Zugleich bekräftigte der Bundespräsident die Bereitschaft Österreichs, "seine guten und im beiderseitigen Interesse gelegenen Beziehungen zu Serbien aufrechtzuerhalten und in vollem Umfang weiterzuentwickeln". Österreich betrachtet nämlich die Europäische Integration "ohne die Einbeziehung der westlichen Balkanstaaten und damit auch Serbiens als eine unvollständige", versicherte Fischer seinem Amtskollegen.
Tadic hatte sich vorige Woche schriftlich an Fischer gewandt und ihn gebeten, die Unabhängigkeit des Kosovo nicht anzuerkennen. Serbien erachtet die Anerkennung der einseitigen Sezession der mehrheitlich von Albanern bewohnten Provinz als Völkerrechtsbruch. Die Bundesregierung hatte vor zwei Wochen die Anerkennung der Unabhängigkeit des Kosovo beschlossen, eine Woche später erteilte Fischer der Außenministerin die dafür notwendige Ermächtigung.
Fischer unterstrich in seinem Antwortschreiben die Tatsache, dass Österreich in der Kosovo-Frage von Anfang an alle Bemühungen unterstützt habe, die darauf gerichtet gewesen seien, ein von beiden Seiten verhandeltes und gebilligtes Abkommen zu erzielen. "Österreich und ich persönlich bedauern es daher sehr, dass es in diesem Zusammenhang trotz langer und intensiver Bemühungen nicht möglich war, eine für beide Seiten akzeptable Lösung zu finden."
Der Bundespräsident hob hervor, dass sich die Organe des Kosovo in der Unabhängigkeitserklärung zu demokratischen Prinzipien, für Gleichberechtigung der Staatsbürger, zum Schutz der serbischen und aller anderen Minderheiten im Kosovo und zu internationaler Beobachtung dieser Prinzipien verpflichtet hätten.
(apa/red)
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