Anschlag auf Militärakademie in Pakistan: Mindestens 7 Tote bei Selbstmordattentat
- Täter rammt mit Lkw Haupteingang & zündet Bombe

Bei einem Selbstmordanschlag auf eine Marineakademie der pakistanischen Streitkräfte in Lahore sind mindestens sieben Menschen getötet worden. Der Attentäter gelangte mit seinem Lastwagen bis vor den Eingang der Akademie und zündete dort einen mächtigen Sprengsatz. Es war der vierte Selbstmordanschlag in fünf Tagen, wie Innenminister Hamid Nawaz Khan bestätigte. Zuvor waren bei einem Selbstmordanschlag im Nordwesten des Landes mehr als 40 Menschen getötet worden. Im Jänner hatte in Lahore ein Selbstmordattentäter 19 Menschen mit in den Tod gerissen.
Nach der großen Explosion gingen noch weitere Sprengsätze in die Luft. Bei der ersten Detonation wurden nach Angaben von Marinevertretern der Attentäter selbst und vier weitere Menschen getötet, zwei Menschen seien durch die späteren Explosionen ums Leben gekommen. Eine Leiche lag verkohlt vor dem Eingang. Über dem Ort des Anschlags stieg dicker schwarzer Rauch auf. Die Tore zu dem Gelände wurden stark beschädigt.
Lahore ist die Hauptstadt der Provinz Punjab und galt als ruhig, bis im Jänner ein Selbstmordattentäter bei einem Anschlag in der Nähe eines Gerichts 19 Menschen in den Tod riss. Allein seit Jahresbeginn wurden in Pakistan bei Anschlägen und bei Zusammenstößen der Sicherheitskräfte mit Extremisten bereits 500 Menschen getötet. Im Nordwesten wurden bei einem Gefecht fünf Menschen getötet, darunter laut Polizeiangaben vier Extremisten. Die Schießerei in der Stadt Lakki Marwat brach demnach aus, nachdem die Extremisten ein örtliches Ratsmitglied und zwei Mitarbeiter des Mannes entführt hatten. Die Grenzregion zu Afghanistan ist ein Rückzugsgebiet der Taliban.
Anschläge werden Al Kaida zugeschrieben
Die Anschlagsserie wird islamischen Extremisten mit Verbindungen zu Al-Kaida und zu den afghanischen Taliban zur Last gelegt. Die Gewalt schürt angesichts der anhaltenden Krise die Angst, das mit Atomwaffen ausgerüstete Pakistan drohe in Chaos und Anarchie zu versinken. Die aus den jüngsten Parlamentswahlen als stärkste Kraft hervorgegangene Pakistanische Volkspartei (PPP) der Ende Dezember ermordeten Oppositionsführerin und Ex-Premierministerin Benazir Bhutto verhandelt derzeit mit der Muslim-Liga (PML-N) von Ex-Premier Nawaz Sharif über die Bildung einer gemeinsamen Regierung. Sie streben ein Amtsenthebungsverfahren gegen Staatschef Pervez Musharraf an, der 1999 durch einen Militärputsch an die Macht gekommen war. Er hat die Forderungen der siegreichen Opposition nach seinem Rücktritt abgelehnt.
Die PPP hat Musharraf mitverantwortlich für den Mord an ihrer Vorsitzenden gemacht. Bhuttos Heimkehr nach achtjährigem Exil war erst möglich geworden, nachdem Musharraf auf Druck der USA Korruptionsanklagen gegen die Ex-Regierungschefin per Dekret für nichtig erklärt hatte. Musharrafs von der Opposition boykottierte Wiederwahl hatte im Vorjahr ein Kollegium aus Mitgliedern des Bundesparlaments und der Provinzparlamente vorgenommen. Sie war vor dem Obersten Gericht angefochten worden, weil er sein Amt als Armeechef bis dahin nicht zurückgelegt hatte. Daraufhin verhängte Musharraf den Ausnahmezustand und wechselte die Mitglieder des Höchstgerichts aus. Der General hatte sich nach seinem Putsch vor neun Jahren in einem fragwürdigen Plebiszit die Präsidentschaft übertragen lassen und zahlreiche Verfassungsänderungen verfügt, um seine Macht auszubauen und dem Militär dauerhaften Einfluss auf die Politik zu sichern.
(APA/red)
Fall Heidrun Wastl13:58
Die irre BeichteTatverdächtiger Erich W. spricht von Unfall - "Ich habe sie vermutlich getroffen"
Erdbeben in Italien18:47
Immer mehr OpferBereits 17 Tote gefunden. Seismologen rechnen mit langer Nachbebenserie.
