Dienstag, 4. März 2008

EUFOR-Soldat aus Frankreich vermisst: Bei Rettungsversuch EU-Truppen beschossen

  • Hat versehentlich Grenze Tschad-Sudan überquert
  • EUFOR: Navigationsfehler Schuld an Verschwinden

Ein französischer Soldat der europäischen Friedenstruppe im Tschad (EUFOR) ist nach einem Schusswechsel im sudanesischen Grenzgebiet vermisst gemeldet worden. Sein Militärfahrzeug hatte versehentlich die Grenze zwischen dem Tschad und dem Sudan überquert und war beschossen worden. Der Mitfahrer, ebenfalls ein französischer Soldat, wurde verletzt.

Offenbar hatte es sich um eine Schießerei mit sudanesischen Truppen gehandelt. "Alles deutet darauf hin, dass sudanesische Soldaten in den Zwischenfall verwickelt waren", sagte der französische Verteidigungsminister Hervé Morin. Frankreich habe die sudanesischen Behörden gebeten, bei der Suche nach dem Soldaten zu helfen.

Der Sudan erklärte, es wisse nichts über den Verschwundenen, berichtete aber von Kämpfen zwischen sudanesischen Truppen und "weißen Soldaten". Eine Zivilperson sei bei der Schießerei getötet worden, hieß es.

"Die Grenze ist nicht klar markiert, deshalb ist es verständlich, dass er sie versehentlich überquert hat", sagte EUFOR-Pressesprecher Oberstleutnant Patrick Poulain in der tschadischen Hauptstadt N'Djamena. "Wir nehmen den Zwischenfall ernst", sagte Poulain.

Navigationsfehler die Ursache
Nach EUFOR-Angaben führte ein Navigationsfehler zu der Grenzüberquerung. Das Militärfahrzeuge sei in der Region Tissi in den Sudan gelangt. In der Gegend treffen der Tschad, der Sudan und die Zentralafrikanische Republik zusammen. Der Sprecher sagte weiter, ein Rettungsversuch habe feindliches Feuer ausgelöst. Mehrere andere Fahrzeuge in der Region seien zur Hilfe geeilt. Die Soldaten hätten jedoch nur den zerstörten Wagen vorgefunden und den verletzten Soldaten gerettet. Der zweite Franzose sei verschwunden.

Das Verschwinden des französischen EUFOR-Soldaten ist der folgenschwerste Zwischenfall seit Beginn der Stationierung der EU-Assistenztruppe, die insgesamt 3.700 Mann stark werden soll. Die EUFOR-Truppen sind im Grenzgebiet des Tschad zur westsudanesischen Krisenregion Darfur stationiert, um dort zur Stabilisierung der Lage beizutragen und Flüchtlinge zu schützen. (apa/red)

4.3.2008 15:30