Nach tödlichem Militärschlag in Ecuador:
"Säbelrasseln" an Grenzen zu Kolumbien
- Chavez: "Uribe ist krimineller Lakai des Imperiums"
- Angeblich zahlte Chavez 300 Mio. Dollar an die FARC

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Der tödliche Militärschlag der kolumbianischen Armee im Nachbarland Ecuador gegen den FARC-Vize Raul Reyes hat eine schwere Krise ausgelöst: Der linksgerichtete venezolanische Präsident Chavez beschimpfte seinen konservativen kolumbianischen Amtskollegen Uribe als "kriminellen Lakaien des Imperiums". Kolumbiens Militärschlag könne einen Krieg auslösen, warnte er.
Auch Ecuadors Staatschef Correa geißelte die Tötung von Reyes als die bisher "schwerwiegendste, listigste und nachgewiesene Aggression von Präsident Uribe gegen Ecuador". Der frühere ecuadorianische Außenminister Ayala warnte vor einer wachsenden Kriegsgefahr.
Kolumbien reagierte zunächst mit einer halben "Entschuldigung" für den militärischen "notwendigen" Vorstoß über die Grenze hinweg. Dieser sei gleichwohl als Akt der Selbstverteidigung gerechtfertigt gewesen, sagte Außenminister Araujo. Correa habe die FARC-Rebellen militärisch und politisch unterstützt. Dies sei eine "Lüge", konterte Ecuadors Vize-Verteidigungsminister Carvajal.
Finanziert Chavez die FARC?
Der nächste Vorwurf galt Chavez, der nach kolumbianischen Angaben 300 Millionen Dollar (197 Mio. Euro) an die linke FARC-Guerilla gezahlt haben soll. Dies gehe aus Dokumenten hervor, die bei dem getöteten Rebellenchef Raul Reyes gefunden worden seien, sagte ein kolumbianischer Polizeikommandant. Auch Ecuadors Verteidigungsminister Wellington Sandoval wies dann den Vorwurf zurück, zwischen seinem Land und den Aufständischen bestünden Kontakte. Kolumbianischen Angaben zufolge belegen dies in einem FARC-Lager in Ecuador gefundene Papiere.
Die linksgerichtete kolumbianische Guerillagruppe wollte nach Angaben der Regierung des südamerikanischen Landes Uran kaufen. Der kolumbianische Polizeichef General Oscar Naranjo bezog sich auf Informationen aus einem sichergestellten Laptop eines getöteten FARC-Anführers. "Wenn sie (die Rebellen) Verhandlungen über 50 Kilogramm Uran erwähnen, dann bedeutet das, dass die FARC große Schritte in der Welt des Terrorismus unternommen hat, um ein globaler Aggressor zu werden." Es gehe nicht mehr um eine inländische Guerillagruppe, sondern um länderübergreifenden Terror, sagte er.
20 Tote bei Angriff
Die kolumbianische Luftwaffe hatte nach eigenen Angaben ein Lager der marxistischen "Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens" gleich hinter der Grenze zu Ecuador mit Streubomben angegriffen. Die Flugzeuge hätten den Luftraum Ecuadors nicht verletzt, aber über die Grenze hinweg geschossen, räumte Kolumbien ein. Anschließend seien Hubschrauber über die Grenze geflogen und hätten Bodentruppen in dem zerstörten Rebellenlager 1,8 Kilometer hinter der Grenze abgesetzt. Sie hätten die Leiche von Reyes und eines weiteren FARC-Anführers und anderes Material wie die Computer eingesammelt und nach Kolumbien gebracht. Nach Angaben aus Quito starben insgesamt 20 Rebellen. (apa/red)
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