Sonntag, 9. März 2008

Neue Landtagswahlrunde startet "anders": Debakel für SPÖ, Zugewinne für FPÖ & ÖVP

  • Erste Wahl seit 2 1/2 Jahren brachte alte Verhältnisse
  • BZÖ war einmal mehr keine Konkurrenz für die FPÖ

Ganz anders als man es aus den letzten neun Landtagswahlen schon gewohnt war, startete die neue Runde unter der jetzt rot-schwarzen Bundesregierung. Anstelle von Zugewinnen für SPÖ und meist auch den Grünen bei teils drastischen Verlusten für die FPÖ gab es bei der niederösterreichischen Landtagswahl ein Debakel für die SPÖ, ein leichtes Minus für die Grünen und einen deutlichen Zugewinne für die FPÖ. Die ÖVP - bei der es keinen einheitlichen Trend gegeben hatte - war in NÖ mit einem leichten Zugewinn auf hohem Niveau der zweite Sieger.

Die erste Landtagswahl nach fast zweieinhalbjähriger Pause brachte gleich zweifach "alte" Verhältnisse zurück: Einerseits hat jetzt wieder die ÖVP mehr Landtagswähler als die SPÖ. Denn unter der schwarz-blau-orangen Bundesregierung war es der SPÖ gelungen, die Zahl ihrer Landtagswähler österreichweit um ein Fünftel aufzustocken - und damit erstmals seit den 70er-Jahren mehr Zuspruch zu haben als die ÖVP. Die NÖ-Wahl setzte den SPÖ-Zuwächsen ein drastisches Ende: Die SPÖ verlor am heutigen Sonntag fast ein Fünftel (17,8 Prozent) ihrer Wähler.

Im parteiinternen Ranking fielen die NÖ-Sozialdemokrate dennoch nur um einen Platz zurück - nämlich vom siebenten auf den jetzt achten hinter Tirol. Vom schlechtesten Ergebnis der letzten Landtagswahlrunde - 16,87 Prozent - sind die Niederösterreicher aber noch weit entfernt. Allerdings bei weitem nicht so weit wie vom besten Ergebnis, das die "benachbarten" Parteikollegen im Burgenland 2005 schafften (52,18 Prozent).

Für die seit jeher mächtige NÖ-VP hat sich mit der Wahl diesbezüglich nichts geändert: Sie blieb auf dem zweiten Platz hinter Vorarlberg (54,92 Prozent 2004) und vor Tirol (49,89 Prozent 2003).

FPÖ konsolidiert sich
Bei der FPÖ bestätigte die NÖ-Wahl, dass sie sich - nach ihrem massiven Einbruch als Bundesregierungspartei - wieder konsolidiert. Nach dem herben Wählerschwund bei den Landeswahlen 2000 bis 2005 von durchschnittlich 50 Prozent konnten die Blauen ihre Wählerschaft bei der heutigen Wahl weit mehr als verdoppeln. Auch parteiintern machten die NÖ-Freiheitlichen damit einen Sprung nach oben - vom letzten auf den nunmehr vierten Platz hinter Vorarlberg und vor Salzburg.

Bei den Grünen setzte sich etwas fort, was sich schon am Ende der letzten Landtagswahlrunde gezeigt hat: Wie schon im Burgenland und der Steiermark 2005 verloren sie leicht. Diesmal allerdings nur im Stimmenanteil, der wegen der höheren Wahlbeteiligung sank, obwohl einige Wähler mehr grün wählten. Parteiintern änderte sich nichts: Die Niederösterreicher liegen nach wie vor am sechsten Rang zwischen Salzburg und Kärnten.

Grüne rutschen ab
Den Grünen ist es in NÖ bei weitem nicht gelungen, ihren 2003 eroberten dritten Platz zu verteidigen. Auch in Tirol - das Land, in dem spätestens im Oktober die nächste Wahl stattfindet - liegen die Grünen, ebenso wie in Oberösterreich, vor der FPÖ.

Das BZÖ, das sich 2005 von der FPÖ abspaltete, war - wie schon 2005 in der Steiermark und in Wien - keine Konkurrenz für die FPÖ. Nach einem "Zwischenhoch" bei der Grazer Gemeinderatswahl schafften die Orangen auch bei ihrem dritten Versuch nicht, ein Landesparlament zu erobern. Und sie schnitten noch schlechter ab als bei den beiden Wahlen 2005.

(apa/red)

9.3.2008 22:47