Kein Glück in Niederösterreich: SPÖ verlor sogar in Gusenbauers Heimatstadt massiv
- Erwin Pröll legt dafür in Radlbrunn noch einmal zu
- Kein Heimatbonus für Petrovic, Rosenkranz legt zu
Auch im Heimatort von Bundeskanzler Alfred Gusenbauer, Ybbs an der Donau, hat die SPÖ bei der niederösterreichischen Landtagswahl eine schwere Niederlage eingefahren und 8,32 Prozentpunkte verloren. Stark zulegen konnte dagegen die ÖVP in Ziersdorf, der Heimatgemeinde von Landeshauptmann Erwin Pröll. Auch die Spitzenkandidaten von FPÖ und BZÖ schnitten in ihren Heimatgemeinden durchwegs gut ab.
Pröll wohnt in Radlbrunn in der Gemeinde Ziersdorf. Dort kam die ÖVP laut dem vorläufigen Ergebnis auf 65,71 Prozent und konnte ihr Ergebnis von 2003 (61,64 Prozent) um mehr als vier Prozent übertreffen. Die anderen Parteien lagen in Ziersdorf im Trend: Die FPÖ verdoppelte ihren Stimmenanteil, die Grünen verloren leicht und die SPÖ stürzte um acht Prozentpunkte ab.
Ähnlich die Situation in Ybbs an der Donau, wo auch die Tatsache, dass Kanzler Gusenbauer nach wie vor Ortsparteichef der SPÖ ist, den Absturz nicht verhindern konnte. 2003 waren die Sozialdemokraten mit 47,66 Prozent noch deutlich vor der ÖVP gelegen, am Sonntag verloren sie jedoch 8,32 Prozentpunkte und kamen mit 39,34 Prozent nur noch haarscharf vor der Volkspartei zu liegen (39,28 Prozent). Die Grünen konnten hier leicht zulegen, wurden aber von der FPÖ deutlich überholt, die ihren Anteil fast verdreifachte.
Freiheitliche glücklicher
Glücklicher dagegen das Abschneiden der Spitzenkandidaten von FPÖ und BZÖ, Barbara Rosenkranz und Hans Jörg Schimanek, in ihren Heimatgemeinden. Rosenkranz wohnt in Seebarn in der Gemeinde Harmannsdorf, wo die FPÖ ihren Stimmenanteil von 6,91 auf 13,74 Prozent verdoppeln konnte. Damit lag die niederösterreichische FP-Chefin in ihrer Heimatgemeinde im landesweiten Trend.
Deutlich überdurchschnittlich das Abschneiden von BZÖ-Spitzenkandidat Hans Jörg Schimanek in seinem Heimatort, wo das orange Bündnis 4,74 Prozent schaffte. Wäre Langenlois Niederösterreich, das BZÖ hätte den Einzug in den Landtag also glatt geschafft. Für Schimanek allerdings nur ein schwacher Trost, denn im restlichen Niederösterreich ist das BZÖ laut den Hochrechnungen chancenlos und verpasst die vier Prozent Hürde klar.
Kein Heimatbonus für Petrovic
Keinen besonderen Heimatsbonus konnte sich die niederösterreichische Grünen-Frontfrau Madeleine Petrovic offenbar an ihrem Wonsitz in Gloggnitz erkämpfen. Mit 6,33 Prozent lagen die Grünen in der Gemeinde im südlichen Niederösterreich nur marginal über dem Ergebnis von 2003 (6,01 Prozent). Damit liegt Petrovic in ihrem Heimatort aber immerhin noch über dem Landesweiten Trend, wo den Grünen sogar leichte Verluste drohen könnten.
(apa/red)
Norbert Wicki14:21
Der Buwog-MythosDer Schweizer Vermögensberater hatte neben Grasser weitere Kontakte in Österreich
Wikileaks14:25
Rückschlag für AssangeGericht fällt Entscheidung: Internet-Aktivist darf nach Schweden überstellt werden
U-Ausschuss Korruption14:59
Eklat um Tetron-AktenInnenministerium vergaß auf Übermittlung. Befragungen bis auf Weiteres beendet
