Sonntag, 9. März 2008

NÖ-Wahl 08: Heidemaria Onodi: "Politik mit Herz" kam in Niederösterreich nicht an

  • SPÖ-Politikerin seit 2001 Landesparteivorsitzende
  • Jetzt muss sie um ihren eigenen Posten zittern

Vor fünf Jahren hatte sie noch angekündigt, 2008 am Sessel von Landeshauptmann Erwin Pröll sägen zu wollen. Im Wahlkampf für den Urnengang hatte sie es mit der Erringung eines zusätzlichen Landesrates als Ziel schon deutlich billiger gegeben, nun muss Heidemaria Onodi nach der herben Niederlage bei der Landtagswahl um ihren eigenen Posten als Landeshauptmannstellvertreterin und SPÖ-Landesparteichefin in Niederöstereich zittern.

2003 hatte Onodi der SPÖ noch zu einem Erfolg verholfen, auch wenn dieser damals unter der Absoluten ihres ÖVP-Kontrahenten Erwin Pröll ein wenig verblasste. Die 33,6 Prozent hatten vor fünf Jahren aber immerhin erstmals seit 1979 wieder Zugewinne für die Sozialdemokraten in Niederösterreich bedeutet, auch wenn sie dennoch das zweitschlechteste Ergebnis der SPÖ im Land seit 1945 waren. Mit dem heutigen Ergebnis von knapp 26 Prozent hat Onodi erstmals ein Resultat deutlich unter der magischen Grenze von 30 Prozent zu verantworten.

Ihre im Wahlkampf propagierte "Politik mit Herz" ist bei den Wählern offenbar nicht so recht angekommen, ebenso wie ihr soziales Engagement. Dass es nur den meisten Menschen gut geht, "das ist mir zu wenig", sagt die gelernte Krankenschwester über sich selbst. "Es soll allen Menschen gut gehen."

Mehr Zeit könnte Onodi jetzt auch haben, um bei ihrer Nichte Anneliese ein Versprechen einzulösen. Eine Reise nach New York hatte sie der mittlerweile 25-Jährigen versprochen - bis jetzt ist sich das aber zeitlich nie ausgegangen. "Aber nach dieser Wahl fährt die Eisenbahn drüber - da steigen wir ins Flugzeug", hatte Onodi versprochen. Verheiratet ist Onodi seit mittlerweile 26 Jahren mit einem EDV-Experten. Neben dem Tanzen - unmittelbar nach dem Kennenlernen hatte das junge Paar einen Boogie-Tanzwettbewerb gewonnen - teilt Onodi mit ihrem Ehemann ein weiteres Freizeitvergnügen: Einmal jährlich geht's an die kroatische Küste zu einem Segelturn: Dabei hat Onodi freiwillig die Verpflegung inklusive Abwasch übernommen. "Man muss nicht immer und überall das Steuer in der Hand haben."

Heidemaria Onodi wurde am 23. August 1957 in Doppeln (Bezirk St. Pölten) geboren. Sie ist Diplomierte Gesundheits- und Krankenschwester und Lehrerin für Gesundheits- und Krankenpflege von Beruf. Ihre politische Karriere begann Onodi in ihrer Heimatstadt St. Pölten, wo sie von 1989 bis 1993 dem Gemeinderat angehörte. Sie war Abgeordnete zum Nationalrat (1. Dezember 1992 bis 31. März 1998), Abgeordnete zum NÖ Landtag und dessen Zweite Präsidentin (1998 bis 2001).

Seit 5. Mai 2001 ist Onodi Landesparteivorsitzende der SPÖ Niederösterreich und damit die erste Frau in dieser Funktion bei der Landesgruppe. Wenige Wochen zuvor, am 19. April 2001, wurde sie im Landtag zur Landeshauptmann-Stellvertreterin gewählt - ebenfalls als erste Frau in den Reihen der NÖ Sozialdemokraten.

(apa/red)

9.3.2008 18:58