Seit 1992 in Niederösterreichs Chefsessel: Erwin Pröll baut seine Macht weiter aus
- Längstdienender Landeshauptmann des Bundeslandes
- Einfluss in Bundespolitik dürfte jetzt weiter ansteigen

Erwin Pröll hat den Wahl-Sonntag für sich und die ÖVP zu einem Freudentag gemacht. Mit seinem Sieg bei der Landtagswahl hat er nicht nur die absolute Mehrheit für seine Partei in Niederösterreich ausgebaut, er hat damit wohl auch seinen persönlichen Einfluss in der Bundespolitik noch weiter ausgebaut. Seine Stimme wird in der Bundesparteizentrale in der Wiener Lichtenfelsgasse damit noch mehr Gewicht haben, als sie es bisher schon hatte. Die SPÖ-ÖVP-Bundesregierung hatte der an sich großkoalitionär eingestellte Pröll zuletzt heftig kritisiert. Für einen Neustart der zerstrittenen Bundesregierung hatte er sich als Vermittler angeboten.
Bei seinem vierten Antreten als Spitzenkandidat der NÖVP hat Pröll das Ergebnis von 53,3 Prozent von 2003 sogar noch übertroffen. Das Amt des Landeshauptmannes bekleidet der mittlerweile 61-Jährige seit Oktober 1992. Er ist damit in Niederösterreich am längsten in dieser Funktion tätig - und will auch die gesamte kommende Legislaturperiode von fünf Jahren Landeschef bleiben.
Erwin Pröll wurde am 24. Dezember 1946 als "Christkind" in einer Weinbauernfamilie in Radlbrunn (Bezirk Hollabrunn) geboren. Die Katastralgemeinde von Ziersdorf ist auch heute noch sein Zu Hause. Nach der Matura in Tulln und dem Präsenzdienst studierte er an der Universität für Bodenkultur. Noch vor seiner Promotion als Agrarökonom wurde Pröll 1972 in den Österreichischen Bauernbund geholt und dort bald wirtschaftspolitischer Referent.
Seine politische Karriere begann er im Ortsbauernrat. Bereits mit 33 Jahren wurde Pröll in die NÖ Landesregierung gewählt. Seit Frühjahr 1992 ist er auch Landesparteiobmann der Volkspartei NÖ. Der Landeshauptmann ist verheiratet und Vater einer Tochter und dreier Söhne.
Pröll, der mit Leopold Figl und Eduard Hartmann zwei seiner Vorgänger als politische Vorbilder nennt und Altlandeshauptmann Andreas Maurer als väterlichen Freund bezeichnet, hat wiederholt betont, gern "erster Diener" des Landes zu sein. Bei seinem ersten Antreten als Spitzenkandidat 1993 führte die Kandidatur des kurz zuvor gegründeten LIF dazu, dass die ÖVP die absolute Mehrheit verlor - die sie zehn Jahre später eindrucksvoll mit 53,3 Prozent zurückeroberte. Nun hat er dieses Ergebnis sogar noch übertroffen.
(apa/red)
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