Konsequenzen bei SP nach Wahldebakel? Spitzenkandidatin Onodi lässt Rücktritt offen
- Stellungnahme: Sie übernimmt volle Verantwortung
- Onodi bezeichnet Ergebnisse als "sehr unerfreulich"

Trotz ihrer schweren Wahlniederlage lässt die niederösterreichische SP-Vorsitzende und Spitzenkandidatin Heidemaria Onodi ihren Rücktritt offen. Zwar übernahm Onodi die Verantwortung für die Niederlage, über die weitere Vorgehensweise werde man erst in den Parteigremien beraten, sagte Onodi unmittelbar nach der ersten Hochrechnung vor Journalisten. Das Ergebnis bezeichnete sie als "sehr unerfreulich".
Onodi machte in ihrer ersten Stellungnahme nach Wahlschluss klar, dass sie nicht mit einem derart schwachen Abschneiden gerechnet hat. "Es hat mich sehr überrascht", sagte eine dennoch gefasst wirkende Onodi. Dass sie trotz der Niederlage nicht ihren Rücktritt anbietet, begründete die SP-Chefin damit, dass es nun darum gehe "auch in schwierigen Zeiten kühlen Kopf zu bewahren".
Wie geht es weiter?
Die weitere Vorgehensweise will sie nun im Vorstand und im Parteipräsidium besprechen. Dabei werde es aber zuerst um die Analyse des Wahlergebnisses gehen. Onodi will außerdem mit Bundesparteichef Kanzler Alfred Gusenbauer besprechen, wie es nun weitergehen soll. Gusenbauer ist als Ortsparteichef von Ybbs auch Mitglied der Landesparteigremien.
Wer hat schuld?
Auf mögliche Gründe für die Wahlniederlage wollte Onodi nicht eingehen und verwies auf die Analyse des Ergebnisses in den Gremien. Auf die Frage, welchen Einfluss die schwierige Situation der Bundesregierung auf die Landtagswahl gehabt habe, meinte Onodi jedoch: "Es ist mein Match, es ist eine Landtagswahl, ich habe die Verantwortung dafür."
Gusenbauer: "äußerst schmerzhaft"
Bundesparteivorsitzender und Bundeskanzler Alfred Gusenbauer hat die Whlniederlage der SPÖ in Niederösterreich als "äußerst schmerzhaft" bezeichnet. Gleichzeitig sprach er in einer Aussendung von einem "bitteren Sonntag für die SPÖ". Die SPÖ werde nun das vorliegende Ergebnis genau analysieren und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen haben, sagte Gusenbauer.
"Schmerzliche Niederlage"
SPÖ-Bundesgeschäftsführer Josef Kalina hat eine "schmerzliche Niederlage der SPÖ Niederösterreich" bei der Landtagswahl eingestanden. Das Landespräsidium werde die Schlüsse daraus ziehen, sagte Kalina gegenüber der APA. Auf die Frage, ob die Position von Landesparteichefin Heidemaria Onodi gefährdet sei, sagte Kalina, man werde eine solidarische Diskussion führen und alle Ursachen analysieren. Bei dem Ausmaß der Niederlage müsse es mehrere Ursachen geben.
Häupl: "Schmerzliche Niederlage"
Der Wiener Bürgermeister und SP-Chef Michael Häupl hat von einer "schmerzlichen Niederlage" für die SPÖ gesprochen. Spekulationen über mögliche bundespolitische Ursachen wollte er nicht anstellen. "Es hat sich um eine regionale Wahl gehandelt", so Häupl.
"Ich stehe nicht an, dem Erwin Pröll zu seinem Wahlsieg zu gratuliere", erklärte der Wiener Bürgermeister. Auch der Wiener SP-Landesparteisekretär Harry Kopietz tat dies - und betonte: Pröll habe gegen die "Molterer-und-Schüssel-ÖVP" Wahlkampf geführt.
(apa/red)
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