Euphorischer Wahlsieger: "Erwin, Erwin"- Sprechchöre begrüßen Landeshauptmann
- ÖVP-Tross feierte Wahlsieg in eigener Zeltstadt
- "Tandem" Pröll-Molterer demonstrierte Einigkeit
Als nahezu euphorischer Wahlsieger hat sich Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll Hunderten VP-Mitgliedern und Sympathisanten präsentiert. Immer wieder unterbrochen von begeisterten "Erwin, Erwin"-Sprechchören dankte der VP-Chef im krachvollen Bierzelt vor der St. Pöltner ÖVP-Zentrale den Wahlhelfern für die "unglaubliche Bewegung" des Wahlkampfes. "Schöne Jahre liegen hinter uns", freute sich Pröll - und wenn die ÖVP weiter so zusammenhalte, "dann werden auch schöne Zeiten vor uns liegen".
Der ÖVP-Tross war mit Pröll und Vizekanzler Wilhelm Molterer an der Spitze vom Landhaus in die wenige hundert Meter entfernte Zeltstadt neben der Parteizentrale marschiert. Zum Auftakt schwang ein strahlender Wahlsieger den Dirigentenstab für die aus Prölls Heimatort Radlbrunn angereiste Blaskapelle. Wer in den kommenden fünf Jahren in Niederösterreich den Takt angibt, machte wenig später das ins Bierzelt gekommene Parteivolk klar, das den Landeshauptmann mit begeisterten "Hier regiert die ÖVP"-Rufen empfing.
Pröll dankte Wählern und Funktionären für "das beste Wahlergebnis der Zweiten Republik", das er - wie der Landeshauptmann pflichtschuldig anmerkte - "in großer Demut" entgegennehme. "So blau-gelb war St. Pölten noch nie", rief Pröll seinen mit ÖVP-Wahlkampfschals in den Landesfarben ausstaffierten Anhängern begeistert zu, die es ihm mit "Ohne Erwin wäre hier nichts los"-Sprechchören dankten.
"Ohne ihn wäre ich nichts"
Explizit vor den Vorhang gebeten wurde von Pröll nicht nur Altlandesrat Andreas Maurer ("Ohne ihn wäre ich nichts") sowie Molterer und jeder einzelne Landesrat, sondern auch die gekommenen Proponenten seines Personenkomitees - allen voran Raiffeisen Generalanwalt Christian Konrad und Ex-ORF-Generalintendantin Monika Lindner. "Ganz besonderen Dank" gab es für Wahlkampfmanager Gerhard Karner, für Gattin Sissy "Busserl" und Umarmung.
Seinem Bundesparteichef Molterer sicherte Pröll seine Unterstützung zu, bevor er zu einer Breitseite gegen die SPÖ ansetzte. "Bei uns ist ein Ja ein Ja und ein Nein ein Nein und was wir vor der Wahl versprechen, sind wir gewohnt nach der Wahl zu halten", so Pröll - das sei der Unterschied zwischen dem "Tandem" Pröll-Molterer und "Alfred Gusenbauer und seiner SPÖ". Zum Abschluss gratulierten dem Wahlsieger noch Molterer und der oberösterreichische Landeshauptmann Josef Pühringer, der ebenfalls mit der "Absoluten" liebäugelt: "Wir werden alles tun, um es dir nachzumachen."
Keine Feierlaune bei SPÖ
Nicht zum Feiern zumute war wenig überraschend der SPÖ. Eine Hand voll Parteifunktionäre versammelte sich am Abend in einem St. Pöltner Veranstaltungssaal. Nach einer halben Stunde löste sich die Runde wieder auf. Bei den Sozialdemokraten steht in den Parteigremien eine Wahlnachlese an.
Gute Stimmung bei FPÖ
Bessere Laune herrschte bei der FP-Wahlfeier im "Landhausstüberl" im Regierungsviertel, wo FP-Chef Heinz Christian Strache von einem "sensationellen Ergebnis" schwärmte, das ihn beim Anstoßen mit Spitzenkandidatin Barbara Rosenkranz beinahe die aufgedrehten Fernsehkameras vergessen ließ: "Auf die Partei", prostete der FP-Chef Rosenkranz zu, "äh - auf Österreich, auf Rot-Weiß-Rot."
Hahn: Zusammenarbeit wird schwierig
Der Wiener ÖVP-Chef und Wissenschaftsminister Johannes Hahn ist der Ansicht, dass die Zusammenarbeit mit der SPÖ im Bund in den kommenden Wochen "eher schwieriger" werden wird. An Neuwahlen glaube er jedoch nicht. "Ich wüsste nicht, warum es die geben sollte", meinte er im Gespräch mit der APA. Das Wahlergebnis sei ein Hinweis, dass man konsequent und mit Nachdruck arbeiten sollte.
(apa/red)
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