Gedämpfte Stimmung bei Grünen-Wahlfest:
Um optimische Zukunftsperspektive bemüht
- "Wir waren der Maschine Pröll nicht ganz gewachsen"
- Position als Opposition: "Harte und faire Kontrolle"
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In merklich gedämpfter Stimmung begann das Wahlfest der NÖ Grünen im Grand Hotel Sauerhof in Baden. Daran konnten zunächst weder die grünen Luftballons etwas ändern, die im Kaisersaal des Hotels aufgeblasen wurden und für einige Knalleffekte sorgten, noch die Anwesenheit von Grünen-Chef Alexander Van der Bellen, der sich vorerst ohne Aufhebens unter die Gäste mischte.
"Es war ein spannender Wahlabend, wenngleich er nicht ganz das gebracht hat, was wir uns erhofft haben", formulierte Grün-Abgeordneter Dieter Brosz die allgemeine Befindlichkeit. Erst beim - von lautstarken Trommelklängen begleiteten - Eintreffen von Spitzenkandidatin Madeleine Petrovic brandete Applaus auf. Petrovic wollte das Wahlergebnis für die Grünen durchaus auch positiv interpretiert wissen. "Ich freue mich von ganzem Herzen, das war der beste Wahlkampf, den ich je mit euch geschlagen habe", dankte Petrovic ihrem Team. Wahlkampfleiter Thomas Huber assistierte: "Verlierer sehen anders aus."
"Faire Kontrolle"
Das Ziel, die Grünen in die Landesregierung zu bringen, sei ambitioniert gewesen, eine enorme Mobilisierung sei jedenfalls gelungen, meinte Petrovic: "Wenn es so etwas gibt wie ein ganz solides Fundament, dann haben wir das in dieser Wahl erreicht. Stimmenmäßig konnten wir tatsächlich leicht, aber doch zulegen. Das Land hat einen massiven Rechtsruck erfahren. Jetzt ist unsere Position sonnenklar: Opposition, harte, aber faire Kontrolle." Die Grünen hätten im Wahlkampf die zukunftsträchtigen Themen vorgegeben, der Erhalt der vier Landtagssitze garantiere weiterhin, dass diese Themen auch in die politische Arbeit eingebracht würden, sagte die Fraktionsvorsitzende und Klubobfrau der NÖ Grünen.
Gegner zur groß
"Wir waren der Maschine Pröll nicht ganz gewachsen", musste auch Van der Bellen einräumen, der mit dem Satz "Es wäre keine schlechte Idee, wenn Erwin Pröll auf die Bundesebene ginge" für Heiterkeit sorgte. Der Grat zwischen Sieg und Niederlage sei schmal, die Wähler seien den Grünen jedoch treu geblieben, konnte auch der grüne Parteivorsitzende dem Ergebnis tröstliche Aspekte abgewinnen. Wenigstens sei den Grünen ein Absturz wie der SP erspart geblieben: "Da sind schon alle Bergrettungen unterwegs. Das ist aber nicht unser Problem", ätzte Van der Bellen. Ebenfalls unter den Partygästen befanden sich die Landtagsabgeordneten Helga Krismer, Emmerich Weiderbauer und Martin Fasan sowie Nationalratsabgeordneter Peter Pilz.
(apa/red)
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