Sonntag, 9. März 2008

Lange Gesichter nach SPÖ-Wahl-Schlappe: "Werden unter 30 Prozentmarke fallen"

  • Landesgeschäftsführer rechnet mit "großen Verlusten"
  • Vorerst keine Rede von personellen Konsequenzen

Die SPÖ steuert bei der Niederösterreichischen Landtagswahl auf eine schwere Niederlage zu. Landesgeschäftsführer Josef Leitner rechnete mit den ersten eintreffenden Ergebnissen bereits mit einem Absacken unter die psychologisch wichtige 30-Prozentmarke. "Wir werden unter 30 Prozent fallen", sagte Leitner. Auf die Frage nach möglichen personellen Konsequenzen an der Parteispitze wiegelte der SP-Manager ab. Es werde sicherlich keine "Schnellschüsse" geben. 2003 erreichte die SPÖ 33,6 Prozent.

"Die Zwischenergebnisse sind natürlich nicht erbaulich", gestand Leitner angesichts der ersten ausgezählten Gemeinden ein. Man werde "große Verluste erleiden". Damit drohe der SPÖ nicht nur ein Verlust an Landtagsmandaten, "auch ein Landesrat ist in Gefahr", sagte Leitner.

"Sitzen alle in einem Boot"
Über personelle Konsequenzen an der Parteispitze wollte Leitner vorerst nicht sprechen. "Die Sozialdemokratische Familie gewinnt Wahlen und die sozialdemokratische Familie verliert Wahlen. Das auf eine Person zu reduzieren, finde ich nicht gut, wir sitzen alle in einem Boot." Man werde die Situation im Parteipräsidium und im Parteivorstand diskutieren und dann rasch festlegen, in welche Richtung die SPÖ strukturell gehen werde. Das Personelle werde man danach besprechen. Es werde seitens der SPÖ sicher "keine Schnellschüsse" geben, versicherte Leitner.

Schuld im Bund?
Als Gründe für die Wahlniederlage nannte Leitner erstens die Situation auf Bundesebene, die Landeshauptmann Erwin Pröll ausgenützt habe. Pröll habe einerseits selbst "Öl ins Feuer gegossen" und sich aber gleichzeitig selbst als "ruhender Pol" dargestellt. Gleichzeitig sei die ÖVP mit ihrer "PR-Maschine über uns drübergefahren", verwies Leitner auf die schwarze Materialschlacht im Wahlkampf. "Das war für uns nicht finanzierbar."

Auswirkungen auf Koalition
Leitner befürchtet nicht, dass die Niederlage bei der Landtagswahl bei allfälligen Neuwahlen im Bund auf die SPÖ durchschlagen könnte. Man sei in Niederösterreich jederzeit in der Lage, einen Wahlkampf zu führen, versicherte Leitner. "Wir sind der Stimmenbringer bei Bundeswahlen", so der SP-Geschäftsführer. In diesem Zusammenhang müsse man die Nationalratswahlen von den Landtagswahlen unterscheiden.

(apa/red)

9.3.2008 17:56