Freitag, 7. März 2008

Freiheitliche für Wandel in Politik: Strache für "Nächsten- statt Übernächstenliebe"

  • Jörg Haider "schlimmer als Rote und Schwarze"
  • SPÖ, ÖVP, Grüne: FP kehrt Menschen den Rücken zu

Die Notwendigkeit von Wandel und Veränderung in der Politik haben die Freiheitlichen bei ihrer Schlussveranstaltung vor der NÖ Landtagswahl am Sonntag betont. Spitzenkandidatin Barbara Rosenkranz bekam dabei auf dem Riemerplatz in der St. Pöltner City Unterstützung von Bundesparteiobmann Heinz-Christian Strache.

Die Forderung nach einem grundlegenden Wandel stoße auf Resonanz in der Bevölkerung, betonte Rosenkranz. Die Menschen wollten eine andere Politik, "in der Worte und Taten ident sind". Daran hapere es auch in Niederösterreich noch. Ein Beispiel sei der, von der FPÖ abgelehnte, Moschee-Bau in Bad Vöslau, für den erst nach der Wahl der Spatenstich erfolgen würde.

"Verpflichtung, andere Schwerpunkte zu setzen"
Es sei eine "Verpflichtung, andere Schwerpunkte zu setzen", betonte Rosenkranz. Daher heiße es bei der FPÖ auch "Mut zur Heimat" und "Unser Land für unsere Kinder". Mit dem Eintreten für einen Zuwanderungsstopp würden die Freiheitlichen nicht Ängste schüren, sondern seien vielmehr "Realisten". Es wäre "fahrlässig, jetzt nicht das Ruder herumzureißen".

Strache sah sich bei der Schlussveranstaltung nicht nur "anständigen, aufrechten St. Pöltnern und Österreichern" gegenüber, sondern auch einer Gruppe von Vertretern der Sozialistischen Jugend (SJ), die er als "Fans" bezeichnete, die ihm "überall hin nach" reisen würden. Während seiner Rede gab es wiederholt "Buh"- und auch "Strache raus"-Rufe. Die Polizei war bei der FPÖ-Kundgebung sichtbar vertreten und wachsam.

"Nächstenliebe und nicht der Übernächstenliebe"
Der Bundesobmann der Freiheitlichen betonte die "soziale Verantwortung für Österreicher zuerst im Sinne der Nächstenliebe und nicht der Übernächstenliebe", wie sie "Rot und Schwarz leben" würden. Er übte Kritik an den Preissteigerungen und an Gebührenerhöhungen. "Fehlentwicklungen an allen Ecken und Enden" ortete er auch in der Familien- und der Sicherheitspolitik.

Er sehe außerdem gar nicht so sehr ein Ausländer-, sondern ein "Türken- und Islamismusproblem", hielt Strache fest. "Eigentümer des Hauses Österreich sind die Österreicher", die auch zu entscheiden hätten, ob und wie viele "Gäste" aufgenommen würden. Und es gebe eine "Hausordnung". Die Freiheitlichen würden die Kirche im Dorf bzw. in der Stadt lassen - "und die Moschee in Ankara". Der FPÖ-Chef begründete dies damit, dass Religionsfreiheit in Österreich auch in Gebetsräumen ausgeübt werden könne, während in islamischen Ländern völlige Intoleranz gegenüber Andersgläubigen herrsche.

Kritik von SPÖ, ÖVP und Grünen
SPÖ und ÖVP warf Strache vor, den Menschen den Rücken zugekehrt zu haben. Die Grünen würden die Heimat verachten und könnten demnach auch keine glaubwürdige Natur- und Umweltpartei sein. Das BZÖ bezeichnete der FPÖ-Chef als "Verräter in Orange". Jörg Haider habe seinen eigenen Weg nicht zu Ende geführt, er sei heute "schlimmer als Rote und Schwarze", weil man von ihm "etwas anderes erwartet" hätte. "Mit solchen Herrschaften" wolle er "nie wieder" etwas zu tun haben, so Strache. Die FPÖ sei soziale Heimatpartei. Überhaupt gebe es neben den Freiheitlichen "nur mehr Linksparteien".

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(apa/red)

7.3.2008 19:36