Turnovszky neuer Weihbischof für Wien: Papst akzeptierte Krätzls Rücktrittsgesuch
- Schönborn: Zielbewusste Verjüngung des Episkopats
- Turnovszky arbeitete ursprünglich als Chemiker

Wien bekommt einen neuen Weihbischof. Papst Benedikt XVI. hat den Pfarrer von Baden-Leesdorf, den 43-jährigen ausgebildeten Chemiker Stephan Turnovszky, für diese Aufgabe ernannt. Dies wurde zeitgleich im Vatikan und in Wien bekanntgegeben. Turnovskzy wird neben Franz Scharl zweiter Weihbischof in Wien und folgt auf Helmut Krätzl, dessen schon vor längerer Zeit eingereichtes Rücktrittsgesuch vom Papst angenommen worden ist.
Kardinal Christoph Schönborn sagte in einer ersten Reaktion, mit der Ernennung Turnovszkys gehe die "Verjüngung" des österreichischen Episkopats zielbewusst weiter. Der Wiener Erzbischof, der zum Zeitpunkt der Bekanntgabe die Frühjahrsvollversammlung der Bischofskonferenz in Schloss Reichenau leitete, sagte in einem Telefonat mit "Kathpress": "Wir brauchen beides, die Erfahrung der älteren und den Mut der jüngeren".
Spät Berufener
Stephan Turnovszky wurde am 21. Juni 1964 als erstes von drei Kindern seiner Eltern geboren. Er wuchs in Wien-Döbling auf und besuchte dort ein humanistisches Gymnasium. Nach der Matura studierte er an der Technischen Universität in Wien Technische Chemie. Als Chemiker war er zweieinhalb Jahre im Bezirk Melk tätig, bis er seiner Berufung zum Priestertum folgte und 1992 ins Wiener Priesterseminar eintrat. Nach dem Diakonatsjahr in der Pfarre Perchtoldsdorf wurde er am 29. Juni 1998 von Kardinal Schönborn im Stephansdom zum Priester geweiht.
Die ersten beiden Priesterjahre verbrachte er als Kaplan in der Pfarre Jedlesee im 21. Wiener Gemeindebezirk. Anschließend leitete er fünf Jahre lang die beiden Pfarren Großmugl und Herzogbirbaum im Dekanat Stockerau. Seit 1. September 2005 ist Turnovszky Pfarrer von St. Josef in Baden-Leesdorf.
Krätzl nach 30 Jahren im Ruhestand
Zeitgleich mit der Ernennung von Stephan Turnovszky hat Papst Benedikt XVI. auch das Rücktrittsgesuch von Weihbischof Helmut Krätzl angenommen, der mehr als 30 Jahre als Bischof gewirkt hatte. Der am 23. Oktober 1931 geborene Weihbischof hatte zu seinem 75. Geburtstag im Jahr 2006, wie vom Kirchenrecht vorgesehen, seinen Rücktritt eingereicht. Kardinal Christoph Schönborn sagte im Gespräch mit "Kathpress", dass Papst Benedikt XVI. durch die - außergewöhnliche - Verlängerung des Mandats des Wiener Weihbischofs seine "besondere Wertschätzung für Helmut Krätzl" zum Ausdruck bringen habe wollen.
Persönlich sei er sehr dankbar für die Bereitschaft von Bischof Krätzl, in der Erzdiözese Wien weiterhin "seelsorglich tätig sein" zu wollen, betonte der Kardinal. Krätzl werde weiterhin Visitationen in den Pfarren durchführen und habe bereits 30 Firmtermine übernommen.
Kardinal Schönborn hatte schon bei der Vollversammlung des Episkopats in Schloss Reichenau Krätzl für dessen "langjähriges Engagement" in der Bischofskonferenz als "längstdienender Bischof" gedankt. Dieser Dank gelte insbesondere auch für die "engagierten, manchmal auch beherzt-kritischen Stellungnahmen" Krätzls.
(apa/red)
Fall Heidrun Wastl13:58
Die irre BeichteTatverdächtiger Erich W. spricht von Unfall - "Ich habe sie vermutlich getroffen"
Erdbeben in Italien18:47
Immer mehr OpferBereits 17 Tote gefunden. Seismologen rechnen mit langer Nachbebenserie.
