Montag, 3. März 2008

"Emma"-Schäden im dreistelligen Millionen-
Euro-Bereich: Hilfe aus Katastrophenfonds

  • Oberösterreich von Orkan am stärksten betroffen
  • Teilweise größere Schäden als bei "Kyrill" 2007

Nach dem Orkan "Emma", der vier Tote forderte und Schäden im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich anrichtete, hat die Regierung finanzielle Unterstützung der Betroffenen zugesagt. Im Katastrophenfonds des Bundes stehen bis zu 82 Millionen Euro bereit. Ziel sei eine schnelle Ermittlung des Ausmaßes und der Höhe der Schäden, um den betroffenen Ländern und Gemeinden finanzielle Hilfestellung anbieten zu können, erklärten Bundeskanzler Alfred Gusenbauer und Vizekanzler Wilhelm Molterer.

Hauptbetroffen ist Oberösterreich, wo die Feuerwehren 6.200 Sturm-Einsätze verzeichneten. Das waren so viele wie im restlichen Österreich zusammen. Im Land rechnet man mit Sachschäden von 60 Millionen Euro. Landeshauptmann Josef Pühringer sagte den Betroffenen die finanzielle Unterstützung des Landes zu. Sturm "Emma" hat teilweise größeres Unheil angerichtet als Orkan "Kyrill" vor einem Jahr.

Auch die Tiroler Versicherung ging von einem dreimal höheren Schaden als nach "Kyrill" aus. In dem Bundesland sind die Bezirke Kitzbühel, Kufstein und Reutte am stärksten betroffen. Häuser wurden abgedeckt, ÖBB-Mitarbeiter standen 1.000 Stunden im Einsatz, um blockierte Bahnverbindungen instand zu setzen.

In Salzburg mussten die Feuerwehren mehr als 1.200 Mal wegen Sturmschäden ausrücken, insgesamt 3.370 Mann waren im Bundesland im Einsatz. In der Stadt Salzburg waren Mönchsberg und Kapuzinerberg für Fußgänger aus Sicherheitsgründen noch gesperrt. Laut Landwirtschaftskammer ist man bei "Emma" mit einem blauen Auge davongekommen. Die Menge der von dem Sturm gefällten Bäume betrage etwa zehn bis 20 Prozent jener, die "Kyrill" zum Opfer fiel.

Noch ein Unfall in Götzis
In Niederösterreich mussten Feuerwehren 2.600 Mal zur Beseitigung von Sturmschäden ausrücken. Die Aufräumarbeiten im Land waren praktisch abgeschlossen. In Vorarlberg verursachte "Emma" noch einen Unfall: Ein 56-Jähriger stürzte beim Reparieren eines Hausdachs in Götzis sechs Meter in die Tiefe und erlitt schwere Verletzungen.

In Wien erinnert vorläufig der gesperrte Südbahnhof an"Emma". Dort war ja ein riesiger Kran quer über die Bahnsteige gestürzt, was zur Folge hatte, dass Gleise, Oberleitungen und Stromkabel beschädigt wurden. Der Verkehr kann nach vorläufigem Stand am Mittwoch wieder aufgenommen werden. Die Züge fahren so lange ab und bis Meidling. S-Bahn- und Ostbahnhof sind von den Schäden nicht betroffen. (apa/red)

3.3.2008 19:11