Montag, 25. Februar 2008

Leise Hybrid-Autos für Blinde gefährlich: Sind unter dem Verkehrslärm nicht zu hören

  • US-Blinden-Verbände fordern Mindestgeräuschpegel
  • Forderungen nach genauer Erforschung der Situation

Die National Federation for the Blind (NFB) hat im US-Bundesstaat Maryland vor den Gefahren zu leisen Elektrobetriebs bei Hybrid-Autos gewarnt. Blinde, aber auch andere Verkehrsteilnehmer, würden diese Fahrzeuge nicht kommen hören, so die NFB vor dem dortigen Senat. "In Deutschland rückt das Problem ebenfalls in den Fokus", meint Bernhard Claus, Mitglied im Gemeinsamen Fachausschuß für Umwelt und Verkehr (GFUV) des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV).

"Wir sind uns der Problematik um die Inverkehrssetzung der Hybrid- und Elektroautos im Zusammenhang mit blinden und sehbehinderten Menschen bewusst", meint auch René Mathys vom Schweizerischen Blinden- und Sehbehindertenverband (SBV-FSA) auf Anfrage von pressetext. Intensive Lobby-Bestrebungen wie die des amerikanischen NFB, Mindestgeräuschpegel vorzuschreiben, seien dem SBV-FSA Europa betreffend aber nicht bekannt.

Forschung erforderlich
Das mag auch daran liegen, dass Verbände die Gefahr erst genauer erforschen wollen. Der GFUV sei an konkreten Test mit Hybridautos interessiert, meint Claus. Entscheidend sei auch der Geräuschkontext. Speziell bei hohem Umgebungslärm und neben lauten Verbrennungsmotor-Fahrzeugen könne für Blinde und Sehbehinderte Gefahr von zu leisen Hybrid- und Elektroautos ausgehen. "Wenn nur noch solche Autos fahren, sind sie wahrscheinlich wieder zu hören", meint jedoch Claus. (pte/red)

Quelle: Pressetext

25.2.2008 14:51