Donnerstag, 28. Februar 2008

Bub beschert Mutter postnatale Depression:
Geburt eines Sohnes belastet Frauen stärker

  • Untersuchung vier bis acht Wochen nach Entbindung
  • Mütter von Buben stufen Lebensqualität geringer ein

Die Geburt eines Buben belastet Mütter besonders stark. Nach der Entbindung eines Sohnes neigen Frauen wesentlich eher zu einer postnatalen Depression als nach der Geburt eines Mädchens. Auch unabhängig von dieser Depression beeinträchtigt der männliche Nachwuchs die Lebensqualität der Mutter laut einer französischen Untersuchung sehr deutlich.

In Ländern, in denen die Geburt von Buben eher erwünscht ist als die eines Mädchens, leiden viele Frauen Studien zufolge stark darunter, wenn sie weiblichen Nachwuchs zur Welt bringen. In Gesellschaften, in denen das Geschlecht des Nachwuchses keine große Rolle spielt, ist dies offenbar umgekehrt, wie die Studie der Universität Nancy zeigt.

Darin untersuchten Psychologen 181 Frauen vier bis acht Wochen nach der Entbindung. Knapp ein Drittel der Mütter entwickelte eine postnatale Depression (PND). Jede elfte Teilnehmerin erlitt sogar eine schwere PND, wie die Forscher im "Journal of Clinical Nursing" berichten.

Buben stellten mit 52 Prozent gut die Hälfte der geborenen Kinder. Unter dem Nachwuchs der Frauen mit starker PND waren sie aber mit mehr als 75 Prozent überdurchschnittlich stark vertreten.

Auch unabhängig von dieser Depression stuften die Mütter von Buben ihre Lebensqualität deutlich niedriger ein als die Frauen, die ein Mädchen zur Welt gebracht hatten. Dieses Ergebnis sei sehr eindeutig, betonte Studienleiter Claude de Tychey. Der Grund dafür müsse nun untersucht werden.

(apa/red)

28.2.2008 11:05