Montag, 17. März 2008

Neuer Konflikt bei Telekom ausgebrochen:
Sparprogramm sorgt für neue Aufregungen

  • Vorstand Fischer bekräftigt Personaleinsparungspläne
  • Will Kostenkürzungen von 140 Mio. Euro bis 2009

Bei der Telekom Austria ist ein neuer Konflikt um geplante Einsparungen ausgebrochen. Schon im Vorjahr hatte Festnetz- Vorstand Rudolf Fischer Kostenkürzungen in Aussicht gestellt. Die Unternehmensberatung McKinsey hat jetzt ein Konzept ausgearbeitet, wonach 90 Millionen davon aus dem Personalbereich kommen sollen. Unter anderem soll ein Personal-Pool für überzählige Mitarbeiter neu belebt werden.

"Undenkbar", meint dazu Betriebsratschef Kolek. Sollte das Management damit Ernst machen, werde der Betriebsrat Maßnahmen ergreifen, kündigte er im Gespräch mit der APA an. Die Versetzung überzähliger Mitarbeiter in einen Personal-Pool hält Kolek für "rechtlich nicht haltbar". Das Unternehmen müsste in diesem Fall nachweisen können, dass für den Mitarbeiter im Konzern keine andere Beschäftigungsmöglichkeit bestünde. Sollte das Management dennoch den Versuch wagen, werde der Betriebsrat "alle rechtlichen Schritte setzen, um das zu verhindern".

Kostenkürzungen von insgesamt heuer 100 Millionen und weiteren 40 Millionen Euro 2009 sind geplant. Telekom-Festnetz-Chef Rudolf Fischer hatte bei der Bilanz-Pressekonferenz am Mittwoch im Zusammenhang mit dem Ausbau des Glasfasernetzes und der Umstellung auf internet-basierte IP-Telefonie weitreichende Personaleinsparungspläne bekräftigt. Da nach früheren Frühpensionierungs-Wellen immer noch 65 Prozent Beamte sind, die nicht gekündigt werden können, bemüht sich die Telekom demnach um eine Lockerung des Beamtendienstrechts.

Kolek hält das für ausgeschlossen und kann sich Einsparungen nur in den obersten Management-Ebenen vorstellen. Außerdem forderte er den Vorstand auf, als Signal heuer auf seine Aktienoptionen und Erfolgsprämien zu verzichten - Zitat: "Das wäre ein Sparprogramm mit Vorzeige-Charakter." (apa/red)

17.3.2008 16:13