Um Auseinandersetzung mit der EU zu
beenden: E.ON will Stromnetz verkaufen
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Der deutsche Energie-Konzern E.ON beugt sich dem Druck der EU-Kommission und stellt sein Strom- Übertragungsnetz zum Verkauf. Damit sollen alle Auseinandersetzungen mit der Kommission im Strombereich beendet werden, wie E.ON mitteilte. Die Kommission, die für mehr Wettbewerb eine Trennung von Stromerzeugung und Netz fordert, begrüßte die Ankündigung. Sie führte gegen E.ON Vorermittlungen in zwei Fällen im Stromsektor.
E.ON bietet an, die Übertragungsnetze an einen Betreiber zu verkaufen, der nicht im Bereich der Stromerzeugung oder Stromversorgung tätig ist. Außerdem könne eine Kraftwerksleistung von 4.800 Megawatt (MW) an einen Wettbewerber abgegeben werden. Das entspricht immerhin der Produktion von rund vier Kraftwerksblöcken vom Typ Biblis.
Gespaltene Reaktionen
Die deutsche Strombranche zeigte sich angesichts des E.ON- Vorgehens gespalten. Bei Vattenfall, einem der vier großen deutschen Versorger, wird ein Verkauf des Hochspannungsnetzes geprüft, bei RWE und EnBW abgelehnt.
Die Fernübertragungsnetze der Stromversorger in Deutschland umfassen zusammen knapp 35.200 Kilometer, auf E.ON entfallen nach Angaben des Unternehmens davon rund 10.600 Kilometer. Daneben gibt es örtliche Verteilernetze.
Sobald die EU-Kommission die Vorschläge geprüft hat, könnten die Verpflichtungen von E.ON rechtsverbindlich gemacht werden und die EU-Kommission könnte die laufenden Kartellverfahren gegen den deutschen Energiekonzern einstellen, teilte die EU-Behörde mit. "Diese Vorschläge, wenn sie angenommen werden, würden den Elektrizitätssektor in Deutschland strukturell verändern und Wettbewerb in dem Sektor zum Nutzen von Haushalts- und Industriekunden ankurbeln."
Verbraucherschützer zufrieden
Verbraucherschützer begrüßten dagegen die E.ON-Pläne und forderten von der Bundesregierung ein Konzept für die Trennung von Netz und Produktion. "Die Bundesregierung muss Vorschläge machen, wie eine ordentliche Netzinfrastruktur sichergestellt wird", sagte Holger Krawinkel, Energieexperte des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen dem "Tagesspiegel". Eine Möglichkeit sei, dass der Staat die Netze wieder in sein Eigentum nehme.
Für E.ON selbst kann eine Trennung von den Leitungsnetzen wirtschaftlich durchaus Sinn machen. Den Löwenanteil seiner Gewinne erzielt der Konzern nicht im Vertrieb, sondern in der Produktion von und im Großhandel mit Strom. (apa/red)

