Rewe liebäugelt mit Apotheken-Business:
Branchengerüchte sind nun offiziell bestätigt
- Konzern könnte sofort zum Marktführer avancieren
- Neue Marke laut Vorstand "am wahrscheinlichsten"

Neben Schlecker oder DM rüstet sich jetzt auch der deutsche Lebensmittelhändler Rewe, um in den Verkauf von Medikamenten einzusteigen. "Wir stehen mitten in den Startlöchern", sagte Konzernvorstand Josef Sanktjohanser dem deutschen "Handelsblatt".
Dem Vorstand zufolge prüft die Kölner Rewe-Zentrale mehrere Optionen. "Am wahrscheinlichsten ist, dass wir für den Apothekenverkauf, falls wir ihn starten, eine neue Marke schaffen", sagte der Chef des deutschen "Billa"-Mutterkonzerns dem Blatt.
Nach "Handelsblatt"-Informationen aus der Branche hat es dazu bereits Gespräche mit dem Schweizer Pharmahändler "Zur Rose" gegeben. Wie es in Verhandlungskreisen heißt, könnte der Konzern aber auch die bereits jetzt als Mieter in den Rewe- und Toom-Supermärkten untergebrachten Apotheken auf die Marke "Rewe" umtaufen. Die bisher selbstständigen Apotheker würden damit zu Lizenznehmern.
Gelingt Rewe der Coup, entstünde in Deutschland neben den derzeit über 100 DocMorris-Franchisestandorten eine noch weitaus größere Apothekenkette - und damit ein möglicher Marktführer im 23 Mrd. Euro schweren deutschen Arzneimittel-Einzelhandel. "Wir betreiben in Deutschland 3.000 Supermärkte, die sich für den Vertrieb eignen", sagte der Vorstand der Zeitung. (apa/red)

