Liechtensteins Banken im Zwielicht: Die deutschen Behörden prüfen weitere Bank
- Mehr als einhundert Wohnungen wurden durchsucht
- Blitzüberweisungen von Steuerschuldner nehmen zu

In der deutschen Steueraffäre wollen die Ermittler einem Zeitungsbericht zufolge mit neuen Razzien gegen die Kunden einer weiteren liechtensteinischen Bank vorgehen. Laut der "Süddeutschen Zeitung" verfügen die Behörden über umfangreiche Kundendaten aus deren Fundus. Die Staatsanwaltschaft Bochum hatte am Wochenende den Verdacht gegen ein zweites Kreditinstitut neben der LGT-Bank bestätigt.
Der Name wurde zunächst nicht bekannt. Die Staatsanwaltschaft schloss jedoch aus, dass es sich um die Liechtensteinische Landesbank LLB handelt.
Mehr als 100 Durchsuchungen
Aufgrund der Unterlagen aus dem Bestand der LGT wurden nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" bisher die Wohnungen von mehr als einhundert Verdächtigen durchsucht. Zentrum sei der Großraum München mit etwa 40 Verfahren gewesen. In einigen Fällen hätten die Verdächtigen noch vor der Ankunft der Fahnder Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung erstattet. Die Staatsanwaltschaft Bochum, bei der die Ermittlungen zusammenlaufen, will eine erste offizielle Zwischenbilanz ziehen.
In Erwartung der Steuerfahndung haben viele Steuerschuldner nach einem Bericht der "SZ" Blitzüberweisungen an die Finanzämter geschickt. Wie die Zeitung berichtet, wurde die Staatsanwaltschaft Bochum bei ihren Razzien in der vergangenen Woche vielfach schon erwartet. "Manche hatten die Schecks schon ausgefüllt", sagt ein Ermittler dem Bericht zufolge.
Liechtenstein unter Druck
In der Steueraffäre um Stiftungen in Liechtenstein gerät das Fürstentum international immer mehr unter Druck. Auf der CD mit Daten von Steuersündern befanden sich auch Informationen über betrügerische Geldanlagen ausländischer Bürger. Diese Daten können nun an deren Heimatstaaten weitergegeben werden.

