28.2.2008 13:33

"Humor ist bei uns ne ernste Sache":
Deutsche lieben Wurst, Bier und ihre Autos

  • Lustig sind die Deutschen nur drei Tage im Karneval
  • Das Land mit der größten Vielfalt an Wurtssorten

Deutschland ist Wurstland, das Nationalgetränk ist Bier, Deutsche "meckern" gerne und ihr liebstes Hobby ist Auto waschen - Klischees über den typischen "Piefke" gibt es viele. Die oft zitierte deutsche Humorlosigkeit kann der Berliner Gastronom Reiner Stabernak nur bestätigen: "Die Deutschen gehen zum Lachen in den Keller." Lustig sind die Deutschen drei Tage lang, wenn Karneval ist. "Die restliche Zeit gibt es nichts zu lachen", sagte der Restaurant-Chef im APA-Gespräch. "Humor ist bei uns eine ernste Sache, wir überlassen das den Experten im Karnevalsverein zum Beispiel."

Die traditionell deutsche Küche ist laut dem Geschäftsführer des Alt-Berliner Restaurants "Zur Gerichtslaube" sehr einfach, mit heimischen Zutaten. Daher gibt es auch große regionale Unterschiede. Während die Bayern auf Schweinsbraten, Schweinshaxen und Weißwurst stehen, isst man im Rheinland Sauerbraten, im Norden Fisch und in Berlin Bulette, Currywurst, aber auch Süßwasserfische.

Tatsächlich gehört Deutschland - statistisch belegt - zu den Ländern mit dem höchsten Pro-Kopf-Erdäpfelverbrauch und bietet die größte Vielfalt an Wurstsorten. Die Deutschen stehen auf Currywurst und Döner, obwohl deren Hauptzutaten rein gar nichts mit Deutschland zu tun haben.

Das Nationalgetränk ist in allen Teilen Deutschlands Bier. Bevorzugt trinken die Deutschen Pils, aber auch regionale Biersorten wie Helles, Kölsch, Altbier, Weißbier oder Berliner Weiße.

Der liebste Nachbar
Die Beziehung zum kleinen Nachbarn Österreich ist in Ordnung, solange es nicht um Fußball geht. Was den Österreichern missfällt, wurde schnell bei einer APA-Passanten-Umfrage klar: "Deutsche geben viel zu gerne an", hieß es. Oder: "Sie sind in Rudeln besonders laut" - und spielen wesentlich erfolgreicher Fußball. In deutschen Online-Foren wird bereits jetzt verkündet: "Euer Cordoba ist Wien."

Abgesehen vom Fußball unterscheidet den Deutschen vom Österreicher nichts so stark wie die gemeinsame Sprache. Während man einem Deutschen "eine Lüge auftischt", spricht man hierzulande vom "Gschichtl drucken". Der "österreichische" Kasten wird in Deutschland zum Schrank, ein Kübel zum Eimer, der Sessel zum Stuhl, die Matura zum Abitur und die Trafik zum Kiosk. Wenn der Österreicher "Oida!" schreit, ruft der Deutsche "Mensch!", während der Deutsche "faulenzt", "zaht" der Österreicher "owe".

Woher kommt der Piefke?
Und woher kommt die Bezeichnung "Piefke"? Dazu ist in der Online-Enzyklopädie Wikipedia zu lesen: "Die Funktion als Symbol für den typischen korrekten Preußen dürfte der Name aber vor allem seit der Niederlage des Deutschen Bundes mit Österreich gegen Preußen im Deutschen Krieg 1866 innehaben. Das verdankt er wohl nicht zuletzt dem bekannten preußischen Militärmusiker Johann Gottfried Piefke, der den Königgrätzer Marsch zur Feier des preußischen Sieges in der Entscheidungsschlacht komponierte und auch bei der Siegesparade anwesend war und dirigierte."

Über die deutsche Mentalität hatte der Gastronom Stabernak, pikanter Weise ein "ausgewanderter" Bayer, keine guten Worte: "Die Deutschen wollen alles haben für wenig Geld. Das betrifft das Essen gleich wie das restliche Leben." Besonders schlimm sei es in Berlin. "Die Leute laufen mit zehn Jahre alten Klamotten herum, sie gehen kaum zum Friseur und tragen Fünf-Euro-Plastikschuhe." Zurückzuführen sei das auf den preußischen Geiz.

Im Süden des Landes hingegen sei alles anders. Die Süddeutschen sind lebensfrohe Leute, die rausgehen, sich zeigen und chic machen. Auch im Norden achte man auf sein Äußeres. "In Hamburg putzt man sich auch heraus, wenn man rausgeht. Feiern tun die Leute da oben nicht so wild, weil sie generell als eher steif gelten. Aber kein Vergleich zu Berlin", erzählte der Gastronom, der zehn Jahre lang in Hamburg lebte.
(apa/red)

28.2.2008 13:33
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