25.2.2008 10:37

Ein Zigaretterl zur Beruhigung darf's sein: Bei EURO darf ungehemmt geraucht werden

  • UEFA gibt Empfehlung ab, auf Rauchen zu verzichten
  • internationaler Trend in Richtung Nichtraucherstadien

Während im europäischen Spitzenfußball der Trend zu rauchfreien Tribünenzonen oder gar Stadien geht, dürfen die Zuschauer in den acht Arenen der EURO 2008 nach Herzenslust qualmen. Ob in Wien, Salzburg, Klagenfurt oder Innsbruck, ob in Zürich, Basel, Bern oder Genf - Einschränkungen für Raucher gibt es in den Stadien nicht, wie Pascale Vögeli, Sprecherin der EURO 2008 SA, gegenüber der Nachrichtenagentur SDA sagte.

Die gesetzlichen Vorschriften in der Schweiz und Österreich ließen es zu, dass in den Stadien geraucht werden dürfe. Die UEFA als Hausherr in den EM-Stadien hätte zwar während des Turniers ein Rauchverbot verfügen können, verzichtete aber darauf.

Die UEFA erlaube, was sonst in den acht Stadien auch erlaubt sei, sagte Vögeli. Wie dies bei künftigen Europameisterschaften aussehe, sei offen. Immerhin würden während der EM keine Raucherwaren im Stadion verkauft. Auch gebe man während der Partien Empfehlungen ab, nicht zu rauchen.

In England hingegen ist bereits jede Arena rauchfrei. Wer im Mutterland des Fußballs beim Qualmen auf der Tribüne erwischt wird, muss Strafe zahlen, Wiederholungstäter werden des Stadions verwiesen. Auch im Meazza-Stadion, wo der AC Milan und Inter Mailand ihre Heimspiele austragen, darf seit einiger Zeit nicht mehr geraucht werden. Wer sich nicht daran hält, wird ebenfalls zur Kassa gebeten.

Auch in den deutschen Stadien werden immer mehr rauchfreie Zonen eingerichtet. Uneingeschränkt gequalmt werden darf nur noch in München, Stuttgart, Bremen und Cottbus. In anderen Arenen dagegen gibt es immer mehr Nichtraucherblöcke, eine Ausweitung des Verbots wird heftig diskutiert. So gilt bei Borussia Dortmund seit einiger Zeit ein Rauchverbot auf der Familientribüne. Auch bei Schalke, in Hamburg oder in Berlin muss in bestimmten Blöcken die Zigarettenschachtel in der Jackentasche bleiben.

Trainer dürfen nicht
Sogar die FIFA hatte in den vergangenen Jahren phasenweise schon einen anderen Kurs als die UEFA eingeschlagen. Erstmals galt 1994 in den USA ein Rauchverbot bei einer WM, die WM 2002 in Japan und Südkorea erklärte die FIFA gleich selbst für rauchfrei. Vier Jahre später allerdings wurde in den deutschen Stadien während der WM nur vor den Gefahren des Rauchens gewarnt, Verbote gab es nicht - außer für die Teamchefs und Betreuer auf der Bank, selbst wenn sich manche wie der damalige mexikanische Teamchef Ricardo La Volpe nicht immer daran hielten.

Ähnlich hätte sich wohl auch Ernst Happel verhalten, der an der Seitenlinie qualmte, was das Zeug hielt. Und er war bei weitem nicht der Einzige - so zündete sich auch sein argentinischer Trainer-Konkurrent im WM-Finale von 1978, Cesar Luis Menotti, bei jeder Gelegenheit eine Zigarette an. Eifrig Rauchzeichen machte auch Johan Cruyff beim FC Barcelona. Schon als Spieler inhalierte der Niederländer bis zu 80 Zigaretten täglich, erst nachdem er 1991 eine Bypass-Operation am Herz über sich hatte ergehen lassen müssen, schwor er dem Nikotin ab.

Bei der EURO 2008 aber müssen rauchende Trainer leiden. Dass sich die qualmenden Betreuer im Gegensatz zu den Stadion-Besuchern am Riemen reißen müssen, begründet Vögeli mit der Vorbildwirkung der Coaches.

Joachim Löw, Trainer von Österreichs EM-Gegner Deutschland, dürfte also genügend motiviert sein, um bei der EM die Finger von den Glimmstängeln zu lassen. Der Ex-Tirol- und Austria-Trainer versucht nämlich seit kurzem wieder einmal, das Rauchen aufzugeben.
(APA/red)

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25.2.2008 10:37
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