Wenn die Bayern den Ribery nicht hätten:
Elfer in letzter Minute im Cup-Derbyschlager
- Franzose traf nach 120 Minuten im zweiten Anlauf
- Lob für Münchner Löwen nur ein schwacher Trost
·Tabelle: Deutsche Bundesliga 2011/12
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120 Minuten hatte der tapfere TSV 1860 München dem FC Bayern in einem spannenden Münchner Cup-Viertelfinal-Derby erfolgreich die Stirn geboten, dann kam der Millionen-Unterschied doch noch zum Tragen. Beim Elfmeterschießen vor dem Elfmeterschießen demonstrierte der 25 Millionen Euro teure Fußball-Ausnahmekönner Franck Ribery jenen Klassenunterschied, der dem haushohen Favoriten beim 1:0-Sieg nach Verlängerung bis dahin abgegangen war. Erst traf er eiskalt rechts unten, dann in der notwendigen Wiederholung frech mit einem Lupfer mitten ins Tor.
"Verrückt", meinte Bayern-Manager Uli Hoeneß nur - und auch Oliver Kahn staunte nur über die Abgebrühtheit des Franzosen. "Man muss sich das mal überlegen: Man schießt den ersten Elfer topsicher unten rechts rein, der Ball wird wiederholt. Mental eine unglaublich schwierige Situation. Aber was macht der! Das ist legendär. Solche Spieler gibt es nur ganz wenige auf der Welt." Sogar 1860-Schlussmann Philipp Tschauner äußerte einfach nur Hochachtung für seinen umjubelten Bezwinger: "Ein cooler Hund."
Über die Ribery-Show, die die Bayern zum 20. Mal ins Cup-Halbfinale beförderte und ihnen die Chance auf drei Titel erhielt, gab es keine zwei Meinungen. Über den Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Peter Gagelmann, der auch für zwei seiner drei Gelb-Roten Karten für Bayern-Angreifer Luca Toni (84.) sowie die "Löwen" Benjamin Schwarz (111.) und Markus Thorandt (124.) Kritik erntete, schon. Das Foul von Chhunly Pagenburg an Miroslav Klose passierte offensichtlich außerhalb des Strafraumes. Eine "waghalsige Entscheidung" nannte es der wütende 1860-Coach Marco Kurz: "Es ist ganz bitter, nach so einer Entscheidung zu verlieren."
Löwen geknickt
Der aufgrund des Chancen-Plus verdiente Bayern-Sieg wahrte die Machtverhältnisse in München. "Bayern war die Nummer 1 und wird auch immer die Nummer 1 bleiben", sagte Trainer Ottmar Hitzfeld nach dem 105. Sieg der "Roten" im 204. Lokalderby, das zäh begann, niemals hochklassig wurde, aber emotionsgeladen und dramatisch endete. "Mehr an Unterhaltungswert kann ein Fußballspiel nicht bieten", urteilte Hoeneß.
Das war aber nur ein schwacher Trost für die "Löwen", bei denen der Salzburger Julian Baumgartlinger 120 Minuten auf der Bank saß. "In der 120. Minute so ein Spiel zu verlieren, tut ungemein weh", sagte Verteidiger Torben Hoffmann. Manager Reuter bedachte die 1860-Kicker dennoch mit großem Lob. "Die Mannschaft kann stolz sein."
(apa/red)
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