Olli Kahn hofft auf geiles DFB-Cup-Derby:
10:9-Sieg gegen 1860 wäre Traumresultat
- Manager Uli Hoeneß will sich Nervenkitzel ersparen
- Marschroute der 'Löwen': 'Nicht in die Hose machen'
1860 München würde eine Cup-Sensation wie den Aufstieg in die deutsche Fußball-Bundesliga feiern, beim Rekordmeister hinge nach einer Pleite der Haussegen richtig schief - Bayern-Goalie Oliver Kahn geht aber vom Semifinal-Einzug seines Clubs aus. "Ich habe gehofft, dass wir gegen Sechzig kommen, um noch mal ein 'geiles' Spiel zu erleben", sagte der frühere deutsche Team-Keeper, der mit Saisonende abtritt, und hat für die heutige Partie sogar schon sein Wunschergebnis parat: "Am besten Elfmeterschießen und dann 10:9 gewinnen."
Auf so einen Nervenkitzel möchte Bayern-Manager Uli Hoeneß bei der 204. Auflage des Münchner Derbys verzichten. Und eine Niederlage würde er seiner Mannschaft nur schwer verzeihen. "Da gibt es keine Entschuldigung, wenn man gegen einen Zweitligisten im Pokal ausscheidet."
Bayern geht als großer Favorit ins Spiel
Normalerweise hat der Zweitligist, dessen Mini-Etat von gut sechs Millionen Euro nicht einmal zehn Prozent der 80 Millionen Euro ausmacht, mit denen sich die Bayern mit Ribery, Toni & Co. verstärkt haben, keine Chance. Auch deshalb schmerzt jede Derby-Enttäuschung, wie die jüngste beim 1:1 im Jänner, besonders. "Es ist ein kleiner Stachel, der immer noch tief steckt, und den wollen wir jetzt rausziehen", sagte Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld. Taktisch richtete er sich auf ein "Abwehrbollwerk" ein, wenngleich er gegenüber Widerpart Marco Kurz am Dienstag betonte: "Du darfst nicht nur verteidigen."
1860 will den Sieg erzwingen
Auf drei Hochzeiten, in Liga, Cup und UEFA-Cup, tanzen die Bayern noch in dieser Saison. Die Sechziger, die ihrerseits noch im Aufstiegskampf in Liga zwei gut im Rennen sind, wollen den 13-fachen Cup-Gewinner mit allen Mitteln aus dem Takt bringen. "Wir werden rennen, wir werden kämpfen wie die Löwen. Das ist das Motto", verkündete der frühere Bayern-Spieler und heutige 1860-Manager Stefan Reuter. Vor dem Duell verriet er auch schon das Erfolgsrezept des "krassen Außenseiters". "Wir werden es nur mit Emotionen schaffen, mit Begeisterung und Leidenschaft. Wir müssen mit dem nötigen Mut zu Werke gehen und dürfen uns vor den Bayern nicht in die Hose machen."
Für die Bayern geht es auch um die Ehre
Zum 204. Mal treffen die beiden Traditionsclubs aufeinander, insgesamt gab es 104 Siege für die großen Münchner, 49 für die kleinen und 50 Remis. Die Freundschaftsspiele der jüngeren Vergangenheit aber bestimmte der TSV 1860 mit drei Siegen und einem Remis, zuletzt im Jänner. Jetzt ist für Hoeneß Schluss mit lustig: "Es gibt keine Ausreden, dass es ein Freundschaftsspiel ist, es geht um was. Diesmal geht es richtig um ernste Geschichten." Das bisher letzte Cup-Derby gab es im Mai 1967 beim 3:1 für die Bayern - damals stand 1860 zum bisher letzten Mal in einem Halbfinale.
Baumgartlinger nur Ersatz
Den großen Schlager im deutschen Cup-Viertelfinale wird Julian Baumgartlinger zunächst wohl nur von der Bank aus mitverfolgen. Der Salzburger spielte zuletzt zwar beim 0:0 von 1860 in Köln durch, aufgrund der Rückkehr der Defensivspezialisten Gregg Berhalter und Markus Thorand wird der ÖFB-U21-Teamspieler aber wohl nicht in der Anfangsformation aufscheinen.
(apa/red)
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