Keine Weltcup-Rennen in Zwiesel: Slalom
wegen Sturm "Emma" erneut abgesagt
- Neuschnee, Sturmböen und Regen waren Hindernis
- Vonn, Karbon aber Siegerinnen im Bayerischen Wald
Unverrichteter Dinge sind die Ski-Damen aus Zwiesel abgereist. Der Versuch, am Wochenende Rennen auszutragen, wurde vom Wind verweht. Der Slalom und der ebenfalls abgesagte Riesentorlauf werden nicht nachgetragen, was im Gesamt-Weltcup der führenden Speed-Spezialistin Lindsey Vonn entgegenkommt. Die 54 Punkte hinten liegende Titelverteidigerin Nicole Hosp gerät nun unter Druck.
Nach der Absage des Slaloms am Samstag wegen des Sturmtiefs "Emma" zog nach ruhiger Nacht am Sonntag eine weitere Schlechtwetterfront mit Schneefall, Regen, Nebel und Windböen durch den Bayerischen Wald. Die Startzeit des Torlaufes wurde dreimal nach hinten verlegt, ehe die Veranstalter kurz vor 11.00 Uhr die Aussichtslosigkeit der Lage einsahen. Zudem wurde für 14.00 Uhr eine Unwetterwarnung für den Großen Arber ausgegeben, was alle noch verbliebenen Hoffnungen zunichtemachte.
"Wir können nicht mehr mit der Gondelbahn fahren, der Wind nimmt auch wieder zu", sagte FIS-Renndirektor Atle Skaardal und hatte kurz vor dem definitiven w.o. etwas verzweifelt gemeint: "Ich kann nicht unbedingt sagen, am Nachmittag ist superschönes Wetter." Dem Ski-Weltverband lag viel an der Durchführung der Bewerbe oberhalb der Kristallstadt, weil es keine Zeit mehr für eine Neuaustragung gibt und auch weil die Hilfskräfte die ganze Nacht über den Schnee von der Strecke geräumt hatten und sich die Piste trotz Dauerniederschlags im relativ gutem Zustand befand. Ein faires Rennen wäre aber wegen der Windböen nie möglich gewesen.
Punkte für Hosp verloren
Während der Veranstalter eine Ausfallversicherung über 600.000 Euro an entgangenen Einnahmen für das Wochenende abgeschlossen hat, sind die Weltcuppunkte für die Bichlbacherin Hosp unwiederbringlich verloren. "Für Schild und Hosp ist es sehr schade und bitter, es fallen zwei Rennen aus, die nicht nachgeholt werden, da fehlen dann die Punkte. Für Maria ist es nicht so schlimm", lautete der Kommentar von ARD-Expertin Martina Ertl-Renz.
Riesch hatte es in dieser Saison im Slalom nur einmal auf das Podest geschafft. Und die Garmisch-Partenkirchnerin liegt im Gesamtweltcup auch nur 122 Punkte hinter der US-Amerikanerin. Schild hat als Vierte 152 Zähler Rückstand. Wie Riesch profitierte auch Vonn von der Nichtaustragung, allerdings meinte die Abfahrts-Weltcupsiegerin aus Übersee: "Klar, im Endeffekt ist es besser für mich. Aber ich will immer, dass jede die gleiche Chance hat."
ÖSV-Damencheftrainer Herbert Mandl bedauerte den Ausfall der Rennen - aus zwei Gründen. "Für Niki ist es schlecht, das nimmt ihr den Vorteil, den sie noch zur Verfügung hatte. Aber ich sehe nicht den Nachteil für sie, es ist jetzt nur ausgeglichener. Wenn sie die Konzentration behält, kann sie es schaffen", meinte er über seine Athletin bezüglich Gesamtweltcup. "Aber wir hätten die technischen Rennen auch so gebraucht, weil es heuer doch einige Ausfälle gab", meinte er mit Blick auf das gesamte rot-weiß-rote Team.
Im Kampf um die kleine Kugel im Disziplinweltcup liegt Schild gegenüber Hosp ein Rennen vor Schluss mit 75 Punkten Vorsprung in der Pole Position. "Da es sich um zwei Läuferinnen von uns handelt, bewerte ich das nicht. Ich denke, dass die Zwei sich das ausmachen werden. Aber wir sollten auch die Tanja Poutiainen nicht ganz vergessen", merkte Mandl an. Die Finnin liegt nur 13 Zähler hinter Hosp an dritter Stelle.
Der Ausfall des Riesentorlaufs in Zwiesel brachte der Südtirolerin Denise Karbon vorzeitig die kleine Kristallkugel. Die fünffache Saisonsiegerin liegt bei noch einem ausstehenden Rennen 181 Punkte vor der Steirerin Elisabeth Görgl. "Die kleine Kugel ist mehr wert als eine WM-Medaille. Ich hätte das gerne im Rennen entschieden, aber die Verhältnisse haben das leider nicht zugelassen. Jetzt will ich mich in Bormio noch einmal so gut wie möglich präsentieren", sagte die 27-Jährige aus Kastelruth.
(apa/red)
